Der aus einem der umstrittenen Haasenburg-Heime in Brandenburg geflohene Jugendliche ist wieder aufgetaucht. Der Teenager aus Saarbrücken sei am Mittwochabend aufgegriffen worden, sagte ein Sprecher des Jugendministeriums am Donnerstag in Potsdam. Er sei inzwischen zurück in dem Heim in Neuendorf am See (Kreis Dahme-Spreewald) – es gebe keine Erkenntnisse zu einer möglichen Kindeswohlgefährdung.

Der Junge war ebenso wie ein Mädchen und ein Junge aus Hamburg aus dem Heim weggelaufen. Nach Ministeriumsangaben ist das Mädchen ebenfalls zurück in dem Heim, der Hamburger sei mittlerweile in die Hansestadt zurückgekehrt.

Die Jugendlichen hatten schwere Vorwürfe gegen Erzieher erhoben und von Demütigungen und Misshandlungen berichtet. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt gegen Erzieher und Heimbetreiber. Diese weisen die Vorwürfe zurück.

Die umstrittenen Heime in Brandenburg dürfen auch weiterhin kaum neue Kinder und Jugendliche aufnehmen. Jugendministerin Martina Münch (SPD) verlängerte am Donnerstag einen Belegungsstopp für eine der drei Einrichtungen. In dem Heim in Neuendorf dürfen neue Bewohner nur unter bestimmten Bedingen aufgenommen werden, teilte das Ministerium mit. Den dritten Standort in Jessern haben die Heim-Betreiber zunächst stillgelegt. Nur zwölf von insgesamt 54 Plätzen mit freiheitsentziehenden Maßnahmen könnten derzeit belegt werden, so Münch.

dpa/ap