Der geplante Wiederaufbau der in der DDR als Kriegsruine gesprengten Potsdamer Garnisonkirche hat eine entscheidende Hürde genommen. Die Baugenehmigung der Stadt Potsdam sei am Montag erteilt und am Dienstag übergeben worden, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums der Garnisonkirchen-Stiftung, der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Berliner Altbischof, Wolfgang Huber, in Potsdam.

Das Kuratorium habe bei seiner Sitzung am Dienstag auch einen geänderten Entwurf für die Kapelle im Turm der neuen Garnisonkirche beschlossen, sagte Huber. Nach Angaben des Architektenbüros soll die Kapelle schlichter und mit stärkeren preußisch-reformatorischen Akzenten gestaltet werden. Als Grundriss ist statt eines Achtecks ein Rechteck mit leichter Kreuzform vorgesehen.

In das Projekt Garnisonkirche seien einschließlich Bauplanung bislang rund 6,5 Millionen Euro investiert worden, sagte Verwaltungsvorstand Peter Leinemann. Für das Bauvorhaben müssten nun weitere Mittel eingeworben werden. Als Vorbild gilt die spendenfinanzierte Dresdner Frauenkirche. Als erster Bauabschnitt soll bis zum 500. Reformationsjubiläum 2017 für rund 40 Millionen Euro der Turm der Garnisonkirche gebaut werden. Der Baubeginn wurde bereits mehrfach verschoben, derzeit ist weiter das Frühjahr 2014 im Gespräch.

Wiederaufbau der Garnisonkirche ist nicht unumstritten

Doch das Projekt ist nicht unumstritten: Gegner wie der evangelische Theologe und DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer verlangen von der Kirche statt der Rekonstruktion einer Militärkirche klare Worte gegen Waffenexporte und Militäreinsätze. Befürworter wie der frühere brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) wünschen sich dagegen eine Symbolkirche für Versöhnung, die auch ein Ort für den Dialog zwischen Christen, Juden, Muslimen und Atheisten sein soll.

Das Gotteshaus war 1945 durch Bomben zerstört und 1968 gesprengt worden. Historisch bedeutsam wurde es unter anderem durch den „Tag von Potsdam“. Am 21. März 1933 waren Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg an den Grabstätten der Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II zusammengekommen, die in einer Gruft hinter dem Altar beigesetzt worden waren. Die Begegnung verschaffte Hitler große Unterstützung im nationalen Lager.

epd/che