Hubschraubereinsätze zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners haben am Donnerstag auf den Autobahnen 10 und 115 nur zu wenig Behinderungen geführt. „Das war alles geschmeidig“, sagte ein Sprecher der Autobahnmeisterei Rangsdorf.

Pendler zwischen Berlin und Brandenburg hätten nicht lange wegen der Straßensperrungen warten müssen. „Mit der A10 sind wir bereits fertig. Auch die Einsätze auf der A115 dürften bald beendet sein“, sagte der Sprecher am Vormittag.

Betroffen war auf der A10 der Abschnitt Michendorf bis Ludwigsfelde. Auf der A115 gab es Giftflüge in den Bereichen Autobahndreieck Nuthetal sowie Potsdam-Drehwitz bis zum Parkplatz Parforceheide und in der Gegenrichtung vom Parkplatz bis zur Abfahrt Potsdam-Babelsberg.

Autofahrer mussten mit mehreren Vollsperrungen von jeweils etwa 15 Minuten zurecht kommen. „Logistisch war das eine Herausforderung“, sagte Einsatzleiter Michael Kopka von Landesbetrieb Forst Brandenburg.

Landesweit werden bis zum 10. Juni rund 9000 Hektar Wald und weitere Gebiete mit dem Insektizid „Dipel Es“ besprüht. Brandenburg hat ungefähr 18.000 Liter Insektengift angeschafft. Bei dem Biozid handele es sich um ein Gift mit dem Wirkstoff „Bacillus thuringiensis“, das auf die Eichenblätter aufgesprüht wird. Die Raupen nehmen es über ihre Nahrung auf.

Nabu prüft Gifteinsätze

Naturschützer und Anwohner beobachten die Gifteinsätze indessen skeptisch. „Wir bekommen besorgte Anrufe von Bürgern“, sagte der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) in Brandenburg, Friedhelm Schmitz-Jersch. Seine Organisation hat Bedenken gegen die Gifteinsätze. „Vor allem, weil wir nicht wissen, welche Auswirkungen das Gift hat“, sagte Schmitz-Jersch.

Der Nabu werde vergleichbare Waldflächen untersuchen und prüfen, ob Unterschiede zwischen behandelten und unbehandelten Regionen auftreten. „Wir wollen wissen, welche tödlichen Nebenwirkungen es gibt.“

Der Fund von zwei toten Enten im Potsdamer Park Sanssouci unmittelbar nach einem Gifteinsatz in der vergangenen Woche hat die Sorgen der Naturschützer verstärkt: „Wir haben die große Besorgnis, dass ein Zusammenhang besteht“, sagte Schmitz-Jersch.

dpa/mim