Uhu-Nachwuchs könnte eine Brückeneröffnung im Oderbruch verhindern: Das Landesumweltamt hat mögliche rechtliche Schritte gegen den ab 1. Juni geplanten Draisinen-Verkehr von und nach Polen über die Oder angekündigt. Deshalb sei ungewiss, ob die alte Eisenbahnbrücke bei Neurüdnitz (Märkisch-Oderland) ans Netz gehen könne, sagte der Amtsleiter von Barnim-Oderbruch, Karsten Birkholz, am Freitag auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht der „Märkischen Oderzeitung“.

Der Nachwuchs muss erst fliegen lernen

Der Uhu, ein streng geschütztes Tier, nistet auf einem Pfeiler mitten in der Oder. Laut Umweltamt sind Ende April zwei Küken geschlüpft. Die Behörde befürchtet, dass der Draisinen-Betrieb die Flucht der Eltern auslösen könnte. Sobald der Nachwuchs fliegen könne, wäre ein Betrieb unproblematisch, sagte ein Sprecher des Umweltamts. Das dauere jedoch noch bis Ende Juni oder Anfang Juli. In ganz Brandenburg gibt es höchstens zehn Uhu-Nester.

Die Uhus stören die Arbeiten bislang nicht

Amtsdirektor Birkholz betonte dagegen, dass sich das Uhu-Paar trotz laufender Bauarbeiten auf dem Pfeiler niedergelassen habe. Vor Ort werde seit zwölf Jahren an dem deutsch-polnischen Projekt gearbeitet. Das Umweltamt kündigte eine Entscheidung Anfang nächster Woche an. Derzeit liefen Gespräche mit dem Investor und den Behörden vor Ort.

dpa/seg