In der Stadt Werder/Havel hat am Sonnabend das 134. Baumblütenfest begonnen – eines der größten Volksfeste Deutschlands. Dorthin kommen jährlich einige Hunderttausend Besucher. Die frisch gekürte Baumblütenkönigin Claudia Bremer eröffnete das fest am Nachmittag mit der amtierenden Bürgermeisterin Manuela Saß (parteilos).

Zuvor hatte sich ein bunter Festumzug mit rund 1500 Teilnehmern durch die Stadt zum Marktplatz auf der Stadtinsel bewegt. Nach Veranstalterangaben waren rund 80 Vereine beteiligt. Trotz des kühl-feuchten Wetters herrschte Gedränge auf den Straßen.

Gut 60 Stände stehen bereit

An gut 60 Ständen bieten Obstbauern bis zum 5. Mai ihre selbstgekelterten Weine aus Erdbeeren, Kirschen, Rhabarber oder auch Äpfeln an. Insgesamt gibt es rund 400 Buden und Stände, von denen 100 aus Werder stammen. Auf acht Bühnen werden Unterhaltungsprogramme geboten, 33 Schausteller haben ihre Karussells und Fahrgeschäfte aufgebaut.

Die 26 Jahre alte gelernte Krankenschwester Bremer war am Freitagabend zur neuen Baumblütenkönigin gekürt worden. Sie studiert Gesundheitswissenschaften und wird die Stadt ein Jahr lang auf Festen, Messen und Empfängen repräsentieren.

Ordner und Polizei wollen die Sicherheit der Besucher gewährleisten

Die rund 23 000 Einwohner zählende Kommune hat sich erneut mit einem vor einigen Jahren eingeführten Sicherheitssystem auf die Besuchermassen eingestellt. Es seien bis zu 70 Ordner als Ansprechpartner vor Ort, hieß es. Im Vorjahr waren an manchen Tagen bis zu 350 Polizisten im Stadtgebiet unterwegs. Knapp 200 Straftaten wurden registriert. Besonders in den Abendstunden kam es in der Vergangenheit – auch infolge erhöhten Alkoholgenusses – immer wieder zu Schlägereien.

Das inzwischen 134. Baumblütenfest geht auf dem Obstzüchter Wilhelm Wills zurück. Er hatte 1879 in der Vorstandssitzung des Obstzüchtervereins beantragt, in Berliner Blättern Naturfreunde aus Berlin zur Baumblüte einzuladen. Schon im ersten Jahr brachten zwei Sonderzüge Tausende Berliner nach Werder. Auch in diesem Jahr appellierte Bürgermeisterin Saß an Besucher, mit Bahn, Bus oder Ausflugsschiffen nach Werder zu kommen. „Parkmöglichkeiten sind so gut wie keine vorhanden.“

dpa/seg