Mit mehreren Streifenwagen hat die Polizei am Freitag die Suche nach dem Entführer eines Berliner Managers im Seengebiet um Storkow (Oder-Spree) fortgesetzt. Rund 100 Beamte waren im Einsatz. „In der Region wird die Polizei für die Bürger präsent bleiben“, sagte ein Polizeisprecher in Potsdam. Es werde mehr Streifen rund um Storkow und Bad Saarow geben, im Auto und zu Fuß. Das sei eine neue Phase der polizeilichen Arbeit.

Ein bewaffneter Kidnapper hatte am 5. Oktober den 51 Jahre alten Geschäftsmann aus seiner Villa in Storkow verschleppt und im Schilf am Großen Storkower See festgehalten. Dort konnte sich das Opfer zwei Tage später selbst befreien. Der Täter, der als hoch gefährlich eingeschätzt wird, ist auf der Flucht. Nach tagelanger intensiven Suche und Fahndung vor Ort geht die Polizei davon aus, dass sich der Täter nicht mehr in der Region versteckt hält.

Im Hintergrund sind rund 60 Kriminalisten dabei, Hinweise aus der Bevölkerung, gesicherte Spuren und eigene Ermittlungsansätze der Polizei zu verquicken. „Das wird künftig Schwerpunkt der Ermittlungen sein“, betonte der Sprecher. Bis Freitagmittag lagen 334 Hinweise von Bürgern vor. Dazu kämen die mehr als 200 Tipps, die die Behörde nach den Anschlägen auf eine Berliner Unternehmerfamilie 2011 im benachbarten Bad Saarow erhalten hatte. Bekannt ist inzwischen, dass beide Fälle zusammengehören. Nun würden auch alle Erkenntnisse dazu zusammengeführt, sagte er.

2011 hatte ein Unbekannter auf die Tochter der Berliner Unternehmerfamilie gefeuert. Die Schüsse trafen einen Personenschützer, der schwer verletzt wurde. Die junge Frau blieb unverletzt. Bei diesem Anschlag und der Entführung stammten die Munition aus derselben Waffe. „Wir sind optimistisch, dass wir dem Täter auf die Spur kommen“, betonte der Sprecher.

dpa/bee