Nach der brutalen Entführung eines Berliner Managers in Storkow (Oder-Spree) haben Polizisten am Sonnabend Ausflügler in der Region befragt.

Die Beamten konzentrierten sich dabei vor allem auf Freizeitsportler wie Segler und Wanderer, die nur am Wochenende in das Seengebiet kommen, sagte ein Polizeisprecher. Erneut waren 200 Beamte im Einsatz. Die Zahl der Hinweise an die Ermittler stieg gut einer Woche nach der Gewalttat auf 209.

Zu dem gefundenen auffälligen Kajak gingen verstärkt Hinweise ein, hieß es. Das Gefährt war etwa 20 Meter entfernt von der Stelle im Großen Storkower See gefunden worden, wohin der Täter sein Opfer geschleppt hatte. Eine heiße Spur gibt es noch nicht. Der Täter ist auf der Flucht. Er wollte Lösegeld in Millionenhöhe erpressen.

Der bewaffnete und maskierte Kidnapper hatte den Manager am 5. Oktober aus seiner Villa vor den Augen der Familie verschleppt und zu einem schwer zugänglichen Schilfgürtel gebracht. Zwei Tage später gelang dem Opfer die Flucht.

Nach einem vorläufigen Gutachten des Bundeskriminalamtes besteht zwischen der Tat und den bisher nicht aufgeklärten Anschlägen auf die Berliner Unternehmerfamilie Pepper 2011 im benachbarten Bad Saarow wahrscheinlich ein Zusammenhang. Die Kriminalisten gehen davon aus, dass in beiden Fällen die Munition wahrscheinlich aus derselben Waffe abgefeuert wurde.

Im Herbst 2011 hatte ein Maskierter auf die Tochter der Berliner Unternehmerfamilie Pepper Schüsse abgefeuert. Die junge Frau blieb unverletzt, da ein Wachmann sie schützte. Er wurde durch Schüsse schwer verletzt und ist seitdem gelähmt.

dpa/mim