Kompromiss in Sicht

Sanssouci – Stiftungsrat verzichtet vorläufig auf Eintritt

Sollte Potsdam eine Tourismusabgabe einführen, will der Stiftungsrat der Schlösserstiftung auf einen Parkeintritt für Sanssouci verzichten.

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Der Stiftungsrat der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verzichtet vorerst auf einen Parkeintritt. Dies beschloss das Gremium am Dienstag in Berlin. Allerdings nur unter einer Bedingung: Die Landeshauptstadt Potsdam muss bis Ende 2013 eine Tourismusabgabe einführen und mit dem Geld die bessere Pflege des Parks ermöglicht. Das erfuhr Morgenpost Online aus Teilnehmerkreisen. Sollte die Tourismusabgabe scheitern, würde ab Ostern 2014 ein Zwangs-Eintrittsgeld für Besucher des Parks fällig werden, so der Stiftungsrat in seinem Beschluss.

Die Entscheidung über die Einführung eines Eintrittsgelds für den Potsdamer Park Sanssouci war mehrmals vertagt worden. Es gebe „unterschiedliche Rechtsauffassungen“, hatte die Stiftungsratsvositzende, Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos), beim letzten Mal im Frühjahr 2012 mitgeteilt. „In der Rechtsfrage müssen wir zunächst Klarheit herstellen, um dann voraussichtlich im Frühjahr in einer Sondersitzung zu einer Entscheidung zu kommen. “Im Stiftungsrat haben der Bund und die beiden Länder jeweils drei Stimmen. Brandenburg war sich aber nicht einig. Das Kulturministerium war dafür, das Finanzministerium und die Staatskanzlei wollten keinen Zwangs-Eintritt.

Der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh, wollte unbedingt einen Zwangs-Parkeintritt von Ostern 2013 bis 2017 einführen. Doch eine Einigung war im Stiftungsrat nicht zu erzielen. Während der Bund und Berlin offenbar für die Einführung eines Eintrittsgeldes sind, ist ein Teil der Brandenburger Vertreter dagegen. Generaldirektor Dorgerloh hatte sich zusätzliche Einnahmen von 3,3 Millionen Euro jährlich erhofft. Diese wollte er in die seiner Ansicht nach dringend benötigte Pflege der Gärten stecken. Er wollte den Parkeintritt als Pilotprojekt durchsetzen. Dafür müsste seiner Ansicht nach nicht die Stiftungssatzung geändert werden und eine Entscheidung per einfacher Mehrheit würde ausreichen.

Das von Dorgerloh vorgeschlagene Modell wäre bis 2017 begrenzt gewesen. Das Eintrittsgeld sollte auf die Saison von Ostern bis Ende Oktober beschränkt sein und täglich zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr erhoben werden. Der reguläre Preis hätte zwei Euro betragen.