Der dänische Vater, der seine beiden Töchter nach eigenem Geständnis im Auto lebendig verbrannt hat, muss mit lebenslanger Haft rechnen. Nach Einschätzung einer Gutachterin ist der 41-Jährige voll schuldfähig. Zwar habe der Angeklagte unter Hoffnungs- oder Ruhelosigkeit gelitten und Suizidgedanken gehabt. „Es gibt aber keine Anhaltspunkte dafür, dass er in seiner Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt war“, sagte die Sachverständige Cornelia Mikolaiczyk am Dienstag vor dem Landgericht Potsdam.
Der Däne muss sich wegen Mordes aus niederen Beweggründen verantworten. Er hatte vor Gericht gestanden, seine neun und zehn Jahre alten Töchter im August 2011 in Brandenburg unter Schlafmittel gesetzt und dann im Auto verbrannt zu haben. Für Mord sieht das Gesetz eine lebenslange Freiheitsstrafe vor.
Nach Angaben der Psychiaterin litt der Angeklagte seit 2001 immer wieder unter depressiven Episoden. Mehrfach sei der Mann in Behandlung gewesen, teilweise habe er sie schnell wieder abgebrochen. Der Angeklagte gehe Aggressionen aus dem Weg, so die Gutachterin. Er habe ein niedriges Selbstwertgefühl und stelle an sich selbst überhöhte Erwartungen. Das seien Zeichen seiner narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Der Mann habe zudem Suizidgedanken geäußert.
Im Frühjahr 2011 ist es laut der Gutachterin zu einer „krisenhaften Zuspitzung“ gekommen. Der Angeklagte habe unter der neuen Heirat seiner Ex-Frau gelitten, zudem habe er die Töchter mehr für sich haben wollen. Im Streit um den Wohnsitz hatten die dänischen Behörden jedoch zugunsten der Ex-Frau entschieden. „Dies stellte eine weitere Kränkung und Niederlage dar“, sagte Mikolaiczyk.
Weil er es nach einem gemeinsamen Urlaub schließlich nicht ertragen habe, die Töchter wieder abzugeben, habe er mit ihnen sterben wollen. Ihn selbst habe dann jedoch der Mut verlassen, berichtete die Sachverständige.
Der Prozess soll am 22. Mai mit den Plädoyers fortgesetzt werden. Am 31. Mai will das Schwurgericht dann sein Urteil sprechen.
dpa/tj




