Fall Börnicke

Däne nach Suizidversuch wieder vor Gericht

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Zwei verbrannte Kinder in Auto entdeckt

Bei Börnicke im Havelland haben Polizisten zwei tote Kinder in einem ausgebrannten Auto gefunden.

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Vor einer Woche versuchte der Däne, der seine Töchter verbrannt hat, sich umzubringen. Dieser Suizidversuch spielt vorerst keine Rolle.

Eine Woche nach seinem Suizidversuch ist am Donnerstag der Prozess gegen einen dänischen Vater fortgesetzt worden, der seine beiden Töchter ermordet haben soll. Der Zwischenfall spielte dabei zunächst keine Rolle mehr vor dem Landgericht Potsdam. Psychiater hatten im Vorfeld die Verhandlungsfähigkeit des 40-Jährigen festgestellt. Im Zentrum des sechsten Verhandlungstages standen die Aussagen von dänischen Freunden des Mannes. Sie beschrieben den Angeklagten als liebevollen und fürsorglichen Vater, der seine Scheidung als Niederlage empfand.

Der 40-Jährige ist wegen zweifachen Mordes aus niederen Beweggründen angeklagt. Er hatte vor Gericht gestanden, seine Töchter im Alter von neun und zehn Jahren im Sommer 2011 in einem Waldstück an der Autobahn 24 bei Börnicke (Havelland) im Auto verbrannt zu haben. Hintergrund soll ein Streit mit seiner Ex-Frau um das Sorgerecht gewesen sein. Die 40-Jährige tritt im Prozess als Nebenklägerin auf.

Vor einer Woche war der Däne im Gefängnis Brandenburg/Havel bewusstlos entdeckt worden, nachdem er zu viele Tabletten geschluckt hatte. Am selben Tag hatte seine Ex-Frau vor Gericht aussagen sollen. Sie soll nun am 3. Mai erneut aus Dänemark anreisen.

Die Ex-Freundin des Angeklagten beschrieb die Situation der Eheleute nach der Scheidung als angespannt. Der Kampf um die Kinder habe viel Raum eingenommen und ihre Beziehung belastet, schilderte die 33-Jährige. „Die Angst die Mädchen zu verlieren, hat ihn beschäftigt.“ Aus ihrer Sicht versuchte die Mutter, die Kinder als Druckmittel einzusetzen. „Ich hatte das Gefühl, es war ihr wichtiger, die Kinder zu bekommen, als wie es diesen dabei ging“, meinte sie.

Sie beschrieb den Angeklagten als liebevollen Vater mit einem guten Verhältnis zu den Mädchen. „Sie haben ihren Vater sehr gemocht - und er hat sie sehr gemocht.“ Auch ihr Zusammensein mit seinen Töchtern sei harmonisch gewesen: „Wenn wir zusammen waren, hatte ich das Gefühl, es sind meine Mädchen“, sagte sie unter Tränen.

Etwa eineinhalb Jahre waren der Däne und die 33-Jährige zusammen, dann zerbrach die Beziehung nach ihren Angaben unter der Belastung. „Er hat sich immer mehr zurückgezogen.“

Auch ein Freund (48) des Dänen beschrieb das Verhältnis zu der Ex-Frau als angespannt. Die Eltern hätten unterschiedliche Ansichten über die Erziehung gehabt. „Er war ein sehr liebevoller, fürsorglicher und gerechter Vater“, sagte der Mann.

Der Prozess soll am 19. April fortgesetzt werden.

( dpa/ap )