Acht Monate nach einem Gewaltexzess in einem Obdachlosenheim in Beeskow (Oder-Spree) hat am Mittwoch der Prozess gegen zwei Männer am Landgericht Frankfurt (Oder) begonnen. Die 22 und 24 Jahre alten Angeklagten hätten zu Beginn geschwiegen und sich nicht zu den Tatvorwürfen geäußert, sagte ein Sprecher des Gerichtes. Außerdem seien die ersten von 16 Zeugen gehört worden.

Die Angeklagten sollen im Februar 2011 einen heute 45-Jährigen mit Messerstichen, Schlägen und Tritten misshandelt und lebensgefährlich verletzt haben. Den beiden Männern, die in Handschellen in den Gerichtssaal gebracht wurden, werden gefährliche Körperverletzung, erpresserischer Menschenraub und schwerer Raub vorgeworfen.

Sie sollen sich laut Anklage zur Tatzeit in dem Obdachlosenheim zunächst betrunken haben. Danach seien sie in das Zimmer ihres Opfers gegangen, hätten Geld von ihm verlangt und dort Wertgegenstände entdeckt. Weil der Mann sich erst geweigert und sich die Angeklagten später mit der Herausgabe von 15 Euro nicht zufriedengegeben hätten, habe er stundenlange Quälereien über sich ergehen lassen müssen.

Der Mann sei mit Fäusten geschlagen sowie mit einer Schere und einem Taschenmesser in den Oberschenkel gestochen worden. Zudem soll er mit Tritten mit Stahlkappen-Springerstiefeln traktiert worden sein. Am Ende hätten sie ihrem Opfer noch Haare und Bart rasiert. Der Anklage zufolge erlitt der Mann diverse Stichverletzungen und auch einen Schädelbasisbruch.

In dem Prozess, für den drei Verhandlungstermine angesetzt sind, soll auch geklärt werden, ob sich die Angeklagten nach dem Genuss von Alkohol in einem Zustand „erheblich verminderter Schuldfähigkeit“ befunden hätten. Dazu soll dem Gerichtssprecher zufolge am letzten Verhandlungstag am nächsten Mittwoch ein Sachverständiger gehört werden. Einen Tag zuvor soll es um die Verletzungen des Opfers gehen.

dpa/sei