Prozessauftakt

Baby ermordet – Mutter weist Schuld von sich

Anfang des Jahres ist in Jüterbog die Leiche eines Säuglings gefunden worden – verscharrt im Garten. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Eltern. Zum Prozessauftakt schob die Mutter aber alle Schuld auf den Vater.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings in Jüterbog (Teltow-Fläming) hat am Dienstagmorgen der Mordprozess gegen die Eltern vor dem Landgericht Potsdam begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der 38 Jahre alten Mutter und ihrem drei Jahre jüngeren Ex-Partner vor, die Schwangerschaft zunächst verborgen und das Mädchen unmittelbar nach der Geburt am 2. Juni 2009 ermordet zu haben. Das hätten sie gemeinsam beschlossen. Die Leiche sollen die Eltern im Garten verscharrt haben. Erst Anfang dieses Jahres war das tote Baby gefunden worden.

Die Angeklagte verlas zum Auftakt des Verfahrens eine ausführliche Stellungnahme, in der sie alle Schuld von sich wies und ihren ehemaligen Lebensgefährten belastete. Die Eltern sind seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Vater die treibende Kraft bei dem Verbrechen war. Die Mutter soll aber mit der Tötung einverstanden gewesen sein. Ob dies so war und welche Motive es dafür gegeben haben könnte, will nun das Schwurgericht klären. Bislang sind elf Prozesstage geplant. Das Urteil ist demnach erst am 31. Januar 2012 zu erwarten. 17 Zeugen und vier Sachverständige will das Gericht hören.