Fall Klausdorf

Maschinenpistolen-Schütze tötet sich in Haft

Im brandenburgischen Klausdorf hatte ein Mann im Juni 2010 das Haus seiner Freundin angezündet und dann mit einer Maschinenpistole auf Polizisten geschossen. Jetzt hat sich der mutmaßliche Gewalttäter in seiner Zelle erhängt.

Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Gewalttäter aus Klausdorf (Teltow-Fläming) vor dem Landgericht Potsdam findet ein jähes Ende: Der 49 Jahre alten Angeklagte hat sich in der Haftanstalt Brandenburg/Havel das Leben genommen. Der Mann habe sich in der Nacht zum Dienstag in seiner Zelle erhängt, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag. Der 49-Jährige stand seit Anfang des Monats unter anderem wegen versuchten Totschlags und Brandstiftung vor Gericht. Er sollte Anfang Juni 2010 das Haus seiner Freundin angezündet und mit einer Maschinenpistole auf Polizisten geschossen haben. Der Fall hatte wegen seiner Brutalität für Furore gesorgt. Knapp 300 Polizisten waren nötig, um den Mann zu stoppen.

Aus Sicht der Beteiligten war es eher Zufall, das niemand verletzt wurde. An dem Haus brannte der Dachstuhl aus. Auf seiner Flucht wurde der Mann in einem Waldstück festgenommen. Motiv für die Taten sollte ein Beziehungsstreit gewesen sein.

Im Prozess hatte seine Ex-Partnerin geschildert, wie schwierig sich die Beziehung zu dem Angeklagten gestaltet hatte und warum es schließlich zur Trennung gekommen war. Danach soll der Mann sie mit Telefonterror bedrängt haben. Bei dem letzten Treffen im Juni 2010 soll die Situation eskaliert sein.

Laut Justizministerium erkrankte der Angeklagte während der Untersuchungshaft schwer. Er sei entsprechend behandelt worden. Selbstmordabsichten seien nicht erkennbar gewesen, so der Sprecher. Polizei und Staatsanwaltschaft seien informiert worden. „Ein Fremdverschulden wird ausgeschlossen“, so der Sprecher.

Nach dem Tod des Mannes muss der Prozess formell beendet werden. „Das Verfahren wird eingestellt. Dies muss in der Verhandlung durch Urteil geschehen“, erklärte ein Gerichtssprecher. Dies solle am kommenden Verhandlungstag, dem 17. Oktober, erfolgen.

( dpa/ap )