Ein Jahr nach dem schweren Busunfall auf der A10 bei Berlin mit 14 Toten wird an diesem Sonntag in Polen an die Opfer erinnert. In dem Reisebus saßen Mitarbeiter des Forstamtes in Zlocieniec (Falkenburg) - sie waren im Urlaub und am 26. September auf der Rückreise, als das Fahrzeug bei Schönefeld gegen einen Brückenpfeiler prallte. Zuvor war der Bus mit dem Auto einer Frau zusammengestoßen. 14 Menschen starben. Weitere 35 wurden verletzt, darunter die Fahrerin des Pkw.
Am Sonntag ist in Zlocieniec eine Gedenkveranstaltung mit einem Gottesdienst (12.00) geplant. Eingeladen ist auch eine Delegation aus dem Kreis Dahme-Spreewald, in dem das Unglück passierte. Zu der Gruppe gehören Rettungskräfte und Landrat Stephan Loge (SPD), die mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer zusammentreffen werden. „Ich fahre mit Ehrfurcht dahin“, sagte Loge der Nachrichtenagentur dpa. Er war damals dabei, als einige der aus Polen angereisten Angehörigen die schreckliche Nachricht vom Tod ihrer Verwandten erfuhren.
Noch am Unglückstag war Polens Regierungschef Donald Tusk nach Deutschland gereist. Gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte er Verletzte in einem Krankenhaus besucht. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft Potsdam trägt die 38 Jahre alte Autofahrerin Schuld an dem Unfall. Die Behörde wirft ihr fahrlässige Tötung vor. Ein Gutachten geht von einem Fahrfehler der Frau aus. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll sich die Frau vor dem Landgericht Potsdam verantworten. Derzeit ist allerdings offen, ob das Gericht die Anklage überhaupt zulässt.
dpa/nbo

