Urteil

Beeskower Mord - Angeklagter freigesprochen

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Im Beeskower Mord-Prozess ist der 62 Jahre alte Angeklagte vom Tötungsvorwurf freigesprochen worden. Mit dem Urteil folgte das Landgericht Frankfurt (Oder) den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) ist am Montag der Mordprozess gegen einen 62 Jahre alten Russlanddeutschen mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Der Mann war angeklagt, seinen Freund in Beeskow (Oder-Spree) getötet zu haben, weil er Schulden in Höhe von mindestens 25.000 Euro nicht bezahlen konnte. Der Rentner war am 13. Dezember 2010 erschlagen in seiner Wohnung gefunden worden. Laut Anklageschrift wurde er mit einem „hammerähnlichen Gegenstand“ auf den Kopf geschlagen. Dann soll der Täter dem Wehrlosen Klebeband um Mund und Nase gewickelt sowie anschließend den Kater des Opfers getötet haben.

Im Verfahren hatten jedoch letzlich sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung Freispruch gefordert. „Im Ergebnis der Hauptverhandlung konnte die Indizienkette nicht geschlossen werden“, sagte die Staatsanwältin am Montag im Landgericht Frankfurt (Oder).

Zwar hätten einige belastende Faktoren gegen den Angeklagten gesprochen, sagte ein Sprecher des Landgerichtes am Montag, diese hätten „in der Gesamtschau“ dem Richter aber für eine Verurteilung nicht ausgereicht. Die Schulden des Angeklagten seien als Motiv zu allgemein, dessen DNA-Spuren auf einem T-Shirt nicht verwertbar gewesen. Auch die Tatsache, dass es keine Kampfspuren gegeben habe, sich Opfer und Täter also gekannt haben müssen, sei kein Beweis. Der Angeklagte hatte während der elf Verhandlungstage geschwiegen.

Die Ermittler setzten während des Verfahrens auch Spezialhunde ein, die Geruchsspuren vom Tatort bis zur Gefängniszelle des Angeklagten in Frankfurt (Oder) verfolgten. Sachverständige äußerten vor Gericht jedoch Zweifel an der Zuverlässigkeit des Verfahrens. Bereits am 27. Juli 2011 war der Angeklagte daraufhin aus der Untersuchungshaft entlassen worden, da laut Gericht kein dringender Tatverdacht mehr bestand.

Wegen unerlaubten Waffenbesitzes wurde der Mann jedoch zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

( dpa/dapd/sei )