Jüterbog

Drei Wolfswelpen auf Übungsplatz entdeckt

Auf einem ehemaligen Militärgelände bei Jüterbog sind drei Wolfswelpen beobachtet worden. Die Jungtiere tappten in eine Fotofalle.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Drei Wolfswelpen sind auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog fotografiert worden. Damit seien in dem heutigen Naturschutzgebiet erstmals junge Wölfe nachgewiesen worden, teilten das Landesumweltamt und die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg am Freitag mit. Dass in dem Gebiet Wölfe leben, ist seit April 2009 bekannt. Bislang jedoch hatte es dort keine Welpen gegeben.

Erst Anfang Juli waren auch auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberoser Heide erstmals Wolfswelpen vor eine automatische Kamera gelaufen. In Brandenburg werden mehrere Gebiete bei einem Wolfsmonitoring überwacht. Ehrenamtliche Betreuer arbeiten dabei eng mit dem International Fund for Animal Welfare (IFAW) und der Umweltstiftung WWF Deutschland zusammen. In den Gebieten wurden zahlreiche Kameras installiert, die bei Bewegungen von Tieren auslösen.

Der ehemalige Truppenübungsplatz Jüterbog gehört zur Stiftung Naturlandschaften. Das mehr als 7000 Hektar große und weitgehend unzerschnittene Gelände liegt zwischen Jüterbog, Luckenwalde und Treuenbrietzen. Dort kann sich die Natur auf dem Großteil der Fläche frei entwickeln. So soll wieder Wildnis entstehen.

"Diese großen und ungestörten Flächen sind einfach ein optimaler Wolfslebensraum" sagte Stiftungsratschef Hans-Joachim Mader. Die Stiftung Naturlandschaften sehe den Wolf als Teil des Ökosystems, der auch die Wildbestände natürlich reguliere. Darüber hinaus sei der Wolf ein faszinierendes Tier, dessen Rückkehr von vielen Menschen als Bereicherung wahrgenommen werde.

Hirten sollten ihre Herden schützen

Eine Gefahr für den Menschen entstehe durch die wild lebenden Wölfe nicht. Allerdings müssten Tierhalter vorsorgen, denn Wölfe ernährten sich hauptsächlich von Huftieren und Kleinsäugern. Dabei würden sie nicht unterscheiden zwischen erlaubter und unerlaubter Beute.

Nach Angaben des Umweltamtes stellen sich immer mehr Tierhalter auf die Wölfe ein. So habe der im Jüterboger Gebiet ein Schäfer Elektrozäune installiert und spezielle Herdenschutzhunde ausgebildet. Solche Projekte werden vom Landesumweltamt gefördert.

Das Land kommt teilweise auch für Schäden auf, die Wölfe unter anderem in Schafherden hinterlassen. Im vergangenen Jahr zahlte das Land Entschädigungen an die Halter der Herden in Höhe von 20.000 Euro.

Die Wölfe in Jüterbog könnten das drittel Rudel mit Nachwuchs im Land Brandenburg sein. Die Organisation IFAW geht davon aus, dass im Frühjahr etwa 40 Wölfe in Brandenburg lebten, die Mehrzahl davon in der Lausitz. Das bis zum Frühjahr einzige Rudel mit Nachwuchs lebte bei Welzow in der Niederlausitz. Der Rüde wurde jedoch Ende Oktober 2010 von einem Auto überfahren. Bis zum Herbst erhoffen sich die Tierschützer weitere Erkenntnisse zur Entwicklung des Wolfsbestandes. Nach der Paarung im Winter und der Geburt von Jungen im Frühjahr, erweitern die Welpen im Sommer ihren Bewegungsradius und können so in eine der vielen Fotofallen tappen.

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