Messerangriff

Verletzter Ex-Rocker schweigt zu Mordanschlag

Der ehemalige Anführer der Berliner Rockergruppe der „Nomads" ist niedergestochen worden. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes. Doch der Schwerverletzte will nicht mit den Ermittlern sprechen.

Der in Altlandsberg niedergestochene Berliner Rocker will nicht mit der Polizei sprechen. In einer Vernehmung im Krankenhaus gab er an, er wolle zu dem Vorfall nichts sagen, teilte Staatsanwalt Ulrich Scherding am Dienstag in Frankfurt (Oder) mit.

Nach der Messerattacke in Altlandsberg (Märkisch-Oderland) ist der frühere Präsident der Berliner Rockerbande Hells Angels Nomads noch nicht vernehmungsfähig. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Dienstag. Ermittelt wird demnach wegen versuchten Mordes.

Der 50-Jährige, der in der Rockerszene Hokko B. genannt wird, war bei dem Angriff am Sonntag lebensgefährlich verletzt worden. Weil er sich noch nicht habe äußern können, seien die Hintergründe der Tat weiter unklar.

Wie Morgenpost Online erfuhr, könnte es sich bei der Tat um einen Racheakt innerhalb der Rockerszene gehandelt haben. Dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern. „Das ist alles spekulativ.“

Bekannt ist allerdings, dass der Rocker bereits 2009 seinen Club verlassen musste, weil er in die Vereinskasse gegriffen haben soll. Deswegen hatte sein Ausschluss auch den Status des „Out in bad standing“. Dies bedeutet, dass er jederzeit mit Angriffen von Vereinsmitgliedern rechnen muss.

Unbekannte hatten den 50-Jährigen den Angaben zufolge an seinem Grundstück in Altlandsberg mit einem Messer in die Beine und in den Rücken gestochen. Das Opfer rief mit seinem Mobiltelefon noch einen Bekannten an, der kurze Zeit später eintraf und schließlich den Notruf alarmierte.

Szenekundige Beamte hatten sich gewundert, dass Hokko B. seit seinem Ausschluss immer noch unbehelligt in Berlin unterwegs war. „Ein Angriff von Hells Angels ist ebenso denkbar wie von verfeindeten Rockern, denen er in seiner Zeit als „Hells Angels“-Präsident Schaden zugefügt hatte“, hieß es.

Hokko B. war Träger des Abzeichens „Filthy Few“, was den 50-Jährigen jahrelang in den Fokus bundesweit agierender Ermittlungsbehörden brachte. Das Abzeichen, so der Hells-Angels-Aussteiger Ulrich Detrois, erhalten Mitglieder für einen erfolgreich ausgeführten Mordauftrag. Dieses kann sich jeder Hells Angel anheften, der schon mindestens einen Mord begangen hat.

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