Es ist ein Hoffnungsschimmer gewesen auf der Suche nach dem Täter, der ihren Kollegen ermordet hat. Doch für die Brandenburger Polizisten währte die Hoffnung nicht lange. Nach nur zwei Tagen mussten die im Zusammenhang mit dem Polizistenmord in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) festgenommenen Tatverdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Die Beweise gegen die beiden aus Kasachstan stammenden Männer reichten nicht aus.
Die Haftrichterin habe es abgelehnt, eine Haftbefehl gegen den 37Jahre alten Mann aus Nordsachsen zu erlassen, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Brocher am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft in Cottbus. Gegen den zweiten Tatverdächtigen im Alter von 28Jahren sei von der Staatsanwaltschaft kein Antrag auf Haftbefehl gestellt worden. Die Staatsanwaltschaft sei aber weiterhin von der Schuld des 37-Jährigen überzeugt und sich sicher, den Mörder gefunden zu haben, sagte Brocher. Es werde nun geprüft, ob gegen die Entscheidung des Amtsgerichts Cottbus Beschwerde eingelegt werde, erklärte der Oberstaatsanwalt. Beide Männer würden weiter unter Tatverdacht stehen.
Am Mittwoch hatten Beamte des Landeskriminalamtes Brandenburg die zwei Männer vorläufig festgenommen und nach Cottbus gebracht. Dort wurden sie zu der Beteiligung am Mord an dem 46-jährigen Polizisten vor mehr als einem Jahr in Lauchhammer vernommen. Doch das Ergebnis war für die Ermittler eher ernüchternd: Die Indizien reichten gegen den 37-jährigen Mann nach Angaben von Wolfgang Rupieper, Direktor des Amtsgerichts Cottbus, nicht aus. Auch würde gegen den Mann aus dem sächsischen Gröditz bei Riesa kein dringender Tatverdacht bestehen. Somit wurde der Haftantrag abgewiesen und beiden Männer wurden wieder frei gelassen. Damit gibt es immer weniger Hoffnung, dass die Ermittler den Tätern, die Steffen M. vor mehr als einem Jahr ermordet hatten, endlich den Prozess machen können.
Wie berichtet, war Polizeihauptkommissar Steffen M. am frühen Abend des 23.November vergangenen Jahres von seiner Ehefrau vor seiner Garage in Lauchhammer gefunden worden. Der Frau bot sich ein schreckliches Bild, die Leiche ihres Mannes war übel zugerichtet. Der Körper des 46-Jährigen war übersät von Stichverletzungen, außerdem hatte er massive Verletzungen am Kopf. Zudem soll er starke Schwellungen im Gesicht gehabt haben. Steffen M. habe nur sein Auto in die Garage bringen wollen, sagte die Ehefrau. Als er nach einiger Zeit immer noch nicht zurückgekehrt war, suchte sie ihn – und fand die Leiche. Am 10. Dezember 2009 war der ermordete Familienvater, der auch einen Sohn hinterlässt, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in seinem Heimatort Grünewalde beigesetzt worden.
Heftige Auseinandersetzung
Nach Angaben von Ermittlern deuteten die Spuren am Tatort auf eine heftige Auseinandersetzung hin. Ob die Täter dem 46-Jährigen an der Garage aufgelauert hatten oder ob der Polizist diese dort überrascht hatte, ist nach wie vor unklar. Anfänglich war spekuliert worden, ob die Tat im Zusammenhang mit dem Beruf des Opfers stand. Aber der Polizist trug zur Tatzeit keine Uniform und war auch nicht im Dienst.
Nach dem Mord flüchteten die Täter mit dem Wagen von Steffen M. Noch am gleichen Tag wurde das Auto auf einer Landstraße zwischen Meißen und Riesa in Sachsen von einer Radaranlage geblitzt. Auf dem Foto ist ein 20 bis 40 Jahre alter Mann am Steuer des Wagens zu sehen. Der durch einen Unfall leicht beschädigte Wagen wurde einen Tag später in der Nähe des sächsischen Stadt Ortrand gefunden. Knapp drei Monate nach dem Mord gingen die Brandenburger Ermittler mit dem Blitzerfoto an die Öffentlichkeit und baten die Bevölkerung um Mithilfe. Bis diesem Zeitpunkt waren schon mehr als 1000 Hinweise beim Landeskriminalamt eingegangen und 130 Anwohner in Lauchhammer-Ost befragt worden. Zudem setzten das brandenburgische Justiz- und Innenministerium für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat beitragen würden, eine Belohnung von 10000 Euro aus. Daraufhin wurden im März zwei Personen aus Lauchhammer vorübergehend festgenommen. Doch auch dieser Verdacht bestätigte sich nicht.
„Wir halten den 37 Jahre alten Beschuldigten weiterhin für den Mann, der auf dem Blitzerfoto abgebildet ist“, sagte Oberstaatsanwalt Borchert am Freitag. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, die Ermittlungen fortzusetzen.





