Bahn-Chef Rüdiger Grube hat sich bei der Mutter entschuldigt, deren zwei Jahre altes Kind am Freitag allein von Pritzwalk (Prignitz) nach Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) fahren musste, weil die Mutter beim Aussteigen ausgesperrt worden war. Grube kündigte die Aufklärung des Vorfalls an. In der Bahn-Mitteilung heißt es, intern werde untersucht, wie es zu der „Verkettung unglücklicher Umstände“ kommen konnte. In den nächsten Tagen sollten die Mitarbeiter intensiv befragt werden. „Nach ersten Erkenntnissen war das zweijährige Kind jedoch während der unfreiwilligen Trennung von der Mutter unter Betreuung und keiner Gefahr ausgesetzt“, bekräftigte die Bahn.

Die schwangere 19 Jahre alte Ulrike Kracht hatte ihre zweijährige Tochter Marie-Luise am Bahnhof Pritzwalk aus dem Regionalexpress heben wollen, nachdem sie erst selbst ausgestiegen war und den Kinderwagen aus dem Zug bugsiert hatte. Doch dann schlossen sich die Türen, der Zug fuhr ab, das Kind war allein.

Bereits am Sonnabend hatte eine Bahn-Sprecherin versichert, eine Zugbegleiterin habe sich während der 45 Minuten langen Fahrt um das Mädchen gekümmert. In Neuruppin konnte die Mutter ihr Kind dann wieder entgegennehmen.

dpa/BMO