Das Bündnis Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten will ab sofort in regelmäßigen Abständen Demonstrationen vor dem Flughafen Schönefeld organisieren. Wie Bündnissprecher Markus Peichl am Freitag mitteilte, sollen die Proteste jeweils am Wochenende vor den Sitzungen der Fluglärm-Kommission stattfinden. Die erste sei für den 12. März geplant. Weitere Demos sollen im Monats-Abstand folgen.

Erste Demo am 12. März

Hintergrund für diese Entscheidung ist laut Peichl der Erfolg der Kundgebung vom vergangenen Wochenende. Mehr als 13 500 Menschen hatten in Schönefeld an der bislang größten Demo gegen die neuen Flugrouten teilgenommen.

Politik und Flughafengesellschaft würden jedoch auch nach diesem Ereignis weiter krampfhaft versuchen, den seit September vergangenen Jahres andauernden Protest kleinzureden. Darum müsse man jetzt eine energische Antwort geben, betonte Matthias Schubert von der Bürgerinintiative „Weg mit den Flugrouten über Kleinmachnow“. „Wir verlangen die verbriefte Rückkehr zu den der Planfeststellung zugrunde gelegten geraden An- und Abflugrouten und die Zusage, dass keine bewohnten Gebiete überflogen werden“, so Schubert weiter.

Unterdessen meldete die Flughafengesellschaft, dass das BBI-Schallschutz-Programm angelaufen sei. Wie Airport-Sprecher Ralf Kunkel mitteilte, wurden für dieses Jahr bereits 40 Millionen Euro für Lärmschutz und Entschädigungen für BBI-Anrainer bereitgestellt. Mit dieser Summe können ab sofort rund 7 000 Hausbesitzer Handwerker beauftragen, die Schallschutzfenster und Lärmdämmung einbauen.

42 000 BBI-Anwohner haben Anspruch auf Schallschutz

Laut Kunkel haben 42 000 BBI-Anwohner Anspruch auf Schallschutz. Die Berliner Flughäfen rechnen in diesem Zusammenhang insgesamt mit Kosten von 140 Millionen Euro. Die Übernahme für den Schallschutz basiert auf dem Planfeststellungsbeschluss zum BBI, also den alten Flugrouten.

Wenn die BBI-Flugrouten nach ihrer endgültigen Festlegung von der bisherigen Grobplanung der Deutschen Flugsicherung (DFS) abweichen, erklärte Flughafensprecher Kunkel, könne dies gegebenenfalls auch Auswirkungen auf die Schutzzonen haben. Die DFS werde jedoch die Flugrouten erst im kommenden Jahr mitteilen. Im Juni 2012 soll der Hauptstadtflughafen eröffnet werden. Betroffene BBI-Anrainer haben bis Juni 2017 Zeit, Schallschutz-Anträge zustellen. Bisher haben laut Kunkel 25500 Hausbesitzer Anspruch auf Lärmschutz. 12 400 Anträge sind bei der Flughafengesellschaft bereits eingegangen.