Glatteis

Brandenburgs Streusalz-Reserve wird aufgestockt

Weil das Land Brandenburg mit seinem Streusalz haushalten muss, wird bei glatten mehrspurigen Straßen nur noch ein Fahrstreifen gestreut. Für den kommenden Winter werden deshalb größere Reserven bestellt.

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Der Landesbetrieb Straßenwesen will für den kommenden Winter eine größere Streusalz-Reserve anlegen. Wie Landesbetriebschef Hans-Reinhard Reuter am Freitag in Werder (Potsdam-Mittelmark) mitteilte, sollen zusätzlich 25.000 Tonnen eingelagert werden. In laufenden Winter liegt die Reserve bei 45.000 Tonnen Streusalz. Die geplante Aufstockung sei eine Reaktion auf aktuelle Lieferschwierigkeiten des Produzenten K+S. Anstatt der für den Winter vereinbarten 4000 kommen laut Reuter täglich nur 1000 Tonnen beim Landesbetrieb an.

Vorwürfe, die märkischen Straßen seien schlecht geräumt, wies er zurück. Es stünde auf Autobahnen beispielsweise stets ein freier Fahrstreifen zu Verfügung. Die Beschränkung, den linken Fahrstreifen nicht zu räumen, habe bis heute dazu geführt, dass das Streusalz im Land nicht ausgegangen sei. Allerdings verfüge der Landesbetrieb nicht mehr über all zu große Reserven. Aktuell sind nur noch 11.400 Tonnen vorrätig. Große Sprünge könnten damit nicht mehr gemacht werden, räumte Reuter ein.

„Katastrophale Straßenbedingungen hat es aber bisher nicht gegeben“, unterstrich er. Extrem hingegen seien die großen Schneefälle über vier Wochen hinweg mit sehr tiefen Temperaturen gewesen. Der Winterdienst habe alles gegeben und sei pausenlos unterwegs gewesen, setzte Reuter nach.

Problematisch sei aber die Versorgungssituation mit Salz: Es gebe nur einen Anbieter auf dem deutschen Markt. Da nutze es wenig, auf Lieferverträge zu pochen. Billigsalz beispielsweise aus Marokko sei keien Alternative, weil das Granulat oft mit Knochen und anderen Gegenständen durchsetzt sei.

Dem Landesbetrieb sei auch Salz aus Italien angeboten worden. „Die wollten dafür jedoch 200 Euro pro Tonne plus Vorkasse haben“, so Reuter. „Das war indiskutabel.“ Derzeit fordere K+S etwa 84 Euro pro Tonne. Für Reuter lautet die Schlussfolgerung darum: „Brandenburg wird sich zukünftig mehr Salz wo auch immer hinlegen. Hier werden wir zusätzliche Hallen anmieten. Ein paar haben wir schon.“

Trotz Eis und Schnee schätzte er den Zustand der Straßen in der Mark derzeitig als zufriedenstellend ein. „Die Hälfte der Landesstraßen sind gut. Bei 68 Prozent liegt die Quote bei märkischen Bundesstraßen“, sagte Reuter.

Als größtes Neubauprojekt soll in diesem Jahr auf dem östlichen Berliner Ring der Umbau des Autobahndreiecks Schwanebeck in Angriff genommen werden. Im Mai dieses Jahres soll es losgehen. Bei laufenden Verkehr sollen die Arbeiten von außen nach innen erfolgen, so Autobahnchef Wolf-Rainer Szameitat. Das sei dann der Auftakt, den gesamten nördlichen Berliner Ring sechsspurig auszubauen. Aufgrund des stetig zunehmenden Lkw-Verkehrs sei diese Maßnahme erforderlich. Bis 2025 soll sich der Lasterverkehr verdoppeln. Täglich 75000 Brummis sollen dann das neue Autobahndreieck Schwanebeck dann passieren.