Trotz zum Teil starker Schneefälle am Heiligen Abend und in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag ist die Lage auf den Brandenburger Straßen am Samstag weitgehend ruhig geblieben. Es gebe auf einigen Straßen unter anderem in der Uckermark und in Potsdam-Mittelmark Sperrungen oder Behinderungen wegen Schneeverwehungen oder umgeknickter Bäume, sagten Sprecher der Polizeipräsidien in Potsdam und Frankfurt (Oder) am Samstag auf dapd-Anfrage. Die Zahl der Unfälle halte sich aber aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens an den Feiertagen in Grenzen.
In Westbrandenburg gab es von Mitternacht bis 14.30 Uhr 46 Unfälle, davon war mindestens die Hälfte auf die Witterung zurückzuführen, wie ein Sprecher der Polizeipräsidiums in Potsdam sagte. Es wurden drei Menschen verletzt. Heiligabend hatte es in Westbrandenburg 99 Mal gekracht. Mindestens 36 Unfälle passierten aufgrund der Witterungsverhältnisse. Fünf Menschen wurden verletzt. Die Bundesstraße 107 musste bei Jeserig zeitweilig gesperrt werden, weil dort Bäume unter der Schneelast umgeknickt waren.
In Ostbrandenburg gab es von Mitternacht bis 14.30 Uhr am ersten Feiertag 34 Unfälle, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt sagte. Sieben Personen wurden verletzt. Heiligabend hatte es in der Region 90 Unfälle gegeben, wovon mindestens 15 auf die Witterung zurückzuführen waren. Dabei wurde ein Mensch verletzt. Der Schwerpunkt lag in der Zeit zwischen 20.00 und 24.00 Uhr, nachdem der Schneefall eingesetzt hatte. Am frühen Samstagmorgen musste nach Angaben der Polizei die Bundesstraße 2 zwischen Angermünde und Schwedt in der Uckermark wegen starker Schneeverwehungen und umgeknickter Bäume vorübergehend voll gesperrt werden.
Der Brandenburger Winterdienst vom Landesbetrieb Straßenwesen ist auch an den Feiertagen in jeder Schicht mit rund 300 Leuten im Einsatz. Die Mitarbeiter der Autobahn- und Straßenmeistereien müssen insgesamt 10.800 Kilometer Straßen räumen, wobei nur die Autobahnen rund um die Uhr bearbeitet werden. Vorstandschef Hans-Reinhard Reuter sagte am Samstag auf Anfrage, besonders im Norden des Landes, in der Uckermark und in der Prignitz gebe es sehr viel Neuschnee und viele unter der Last des Schnees umgefallene Bäume.
Problematisch ist auch die Situation beim Streusalz. Aufgrund von Engpässen beim Lieferanten in Sachsen-Anhalt müssten die Autobahn- und Straßenmeistereien beim Salz sparen. Auf Autobahnen mit drei Fahrstreifen je Richtung werde die linke Spur nicht mehr gestreut, sagte Reuter. Zudem wurde auch auf den zweispurigen Autobahnen A 11, A 24 und A 19 jeweils nur noch die rechte Fahrbahn geräumt und gesalzen. Auf der A 19 wurde zudem das Tempolimit auf 60 Kilometer pro Stunde heruntergesetzt, weil dort die Fahrbahn durch Frost beschädigt ist.
Am Samstagmorgen waren in den Lagern der Meistereien nur noch 11.000 Tonnen Salz vorrätig. Die Autobahnmeistereien am Berliner Ring mussten schon mit Salz aus anderen Straßenmeistereien versorgt werden.
Eine neue Lieferung Streusalz erwartete Reuter für Montag. Da der Lieferant jedoch nicht hinterher komme, bleibe das Salz auch danach knapp – vor allem, wenn über Silvester erneut keine Lieferungen kämen.
Erschwerend für die Straßenverhältnisse ist auch das geringe Verkehrsaufkommen an den Weihnachtstagen. Wo wenig Autos unterwegs seien, werde das Streusalz nicht richtig mit dem Schnee vermischt, sagte Reuter. Erst bei einer richtigen Durchmischung jedoch entfalte das Salz seine volle Wirkung und stumpfe die Fahrbahnen ab.
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ddp/toto





