Glatteis

Zu wenig Streusalz für Brandenburg geliefert

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Der Hersteller von Streusalz hält seine Verträge nicht ein. So bekommt das Land Brandenburg derzeit nur etwa ein Drittel der vereinbaren Menge geliefert. Dabei kann es wieder gefährlich glatt auf den Straßen werden.

Der Brandenburger Winterdienst hat weiter mit einem Mangel an Streusalz zu kämpfen. Statt 4000 Tonnen würden derzeit täglich nur 1200 Tonnen geliefert, sagte der Vorstandschef des Landesbetriebs Straßenwesen, Hans-Reinhard Reuter, am Mittwoch in Potsdam. Der Lieferant, die Firma K + S mit Hauptsitz in Kassel, halte die Verträge nicht ein. Die Liefermengen aus dem Salzstock in Bernburg in Sachsen-Anhalt seien deutlich geringer als vereinbart. Über Weihnachten und Silvester seien Lieferungen sogar ganz ausgeblieben. Die Folge: Auf den Autobahnen wurde zum Teil nur noch ein Spur je Richtung gestreut.

Problematisch ist nach Einschätzung von Reuter das Monopol. Die K + S sei der einzige Anbieter von Streusalz neben dem auf Bayern konzentrierten Unternehmen Südsalz. Das sei ein „unmöglicher Zustand“. Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) zieht deshalb für die Zukunft auch Lieferungen aus dem Ausland in Betracht. Er will das in der Verkehrsministerkonferenz thematisieren.

Laut Reuter sind an Tagen mit Schneefall oder Glatteis rund 4000 Tonnen Salz nötig, um die knapp 11.000 Kilometer Autobahnen sowie Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg zu räumen. In diesem Winter seien bereits 55.000 Tonnen Salz verbraucht worden. Der Durchschnitt der letzten Jahre liege bei 50.000 Tonnen. Nach dem strengen Winter der Vorsaison mit einem Verbrauch von 88.000 Tonnen Salz sei für diese Saison mit 45.000 Tonnen vorgesorgt worden, sagte Reuter. Die Vorräte seien jedoch aufgrund der ausbleibenden Nachlieferungen schnell aufgebraucht gewesen.

Infolge der Witterung rechnet Reuter zudem erneut mit massiven Straßenschäden. Die Landesregierung müsse mehr Mittel bereitstellen, um die Landesstraßen zu sanieren. 65 Prozent der Landesstraßen seien in einem schlechten Zustand. Dort machten sich Frostschäden besonders bemerkbar.

( dapd/sei )