Manchmal ist es sinnvoll, sich den Dingen mit einer gewissen Demut zu nähern. Wer die vor ihm liegende Aufgabe mit Ehrfurcht und Respekt betrachtet, wird sie im besten Fall wertschätzen und mit umso mehr Hingabe angehen können.

Wer Journalist wird, will Geschichten erzählen. Da ist Demut in zweifacher Hinsicht geboten. Zum einen muss man lernen, sich selbst zurückzunehmen. Um die Themen in den Mittelpunkt zu stellen, die nicht uns selbst, sondern die Menschen in der Stadt interessieren. Wir sind dafür da, zu berichten, was die Menschen bewegt. Zum anderen berichten wir in der Regel über Menschen. Deshalb müssen wir immer darauf achten, nicht despektierlich und abwertend, sondern immer respektvoll mit denen umzugehen, über die wir schreiben.

Das führt unmittelbar zum Lokaljournalismus. Die Berliner Morgenpost ist in dieser Stadt eine Institution, die seit 1898 berichtet, was ist. Wir begleiten kritisch, was in den Bezirken, in der Stadt und in der Republik passiert. Das ist eine große Verantwortung und zugleich ein Versprechen an unsere Leserinnen und Leser. Diese großartige und vielfältige Stadt zu erzählen, ist die Aufgabe, der wir uns jeden Tag stellen.

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Das ist mit den Jahren komplexer geworden und für uns Grund, erstmals den Tag des Lokaljournalismus mit anderen Zeitungstiteln im ganzen Land zu feiern. Die Digitalisierung führt zu komplexen wirtschaftlichen Herausforderungen für Zeitungsverlage, die zugleich auch Chancen für neue Erzählformen eröffnen. Weil im Internet aber in Teilen die Diskussionskultur erodiert, sind die Debatten rauer geworden. Die Stimmung ist geprägt von kurzlebigen und manchmal im Tonfall schwierigen Diskursen.

Wir halten dagegen. Wir wollen in dieser großartigen Metropole Geschichten erzählen, die es wert sind, erzählt zu werden. Zugleich begleiten wir das politische Berlin kritisch.

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Diese vielfältige und manchmal komplizierte Stadt für unsere Leserinnen und Leser aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, ist eine große Aufgabe, eine große Freude und auch eine Herausforderung. Dafür brauchen wir am Ende auch Sie: Weil der Journalismus davon lebt, die vielen erzählenswerten Geschichten zu erfahren. Und auch davon, von Ihnen gelesen und genutzt zu werden. Egal ob als gedruckte Zeitung, ePaper, Internetseite, Newsletter, Video, Podcast oder auf Instagram.

Im Digitalen zu erzählen, ist für den Lokaljournalismus eine Bereicherung. Wir möchten einen Pfad durch den Informationsdschungel anbieten. Sagen, was wichtig ist. Einordnen und analysieren, mit gutem journalistischen Handwerkszeug.

Die Berliner Morgenpost ist seit über 127 Jahren Chronistin dieser Stadt. Das wollen wir noch lange bleiben, trotz oder gerade in Zeiten des digitalen Umbruchs. Wenn Social Media von Shitstorms und Nebelkerzenwerfern dominiert werden, wenn KI die besten Info-Häppchen garniert, wird die Aufgabe des Lokaljournalismus umso wichtiger: nah bei den Menschen zu sein, die Geschichten von der Straße zu holen. Um zu erzählen, was wichtig ist. Mit Ihrem Vertrauen wollen wir diese Aufgabe jeden Tag angehen.