Laufveranstaltungen sind manchmal ein guter Ort, um sich vor Augen zu führen, in welch einer privilegierten Situation man sich befindet. Man ist gesund, kann sich das Startgeld, die Ausrüstung, die Anreise leisten – und das alles trifft im besten Fall auch noch auf Freunde und Familie zu, die mit einem an der Startlinie stehen. Die Events sind deshalb auch ein passender Anlass, diejenigen zu unterstützen, denen es weniger gut geht als einem selbst. Dazu gibt es immer wieder Möglichkeiten, zum Beispiel am kommenden Wochenende beim #Heat24-Lauf für die Kältehilfe der Berliner Stadtmission.

Die Veranstaltung, hinter der die „Cares-Initiative“ der Immobilienberatungsgruppe KVL, private Laufgruppen und weitere Unterstützer stecken, dient nicht nur dem Sammeln von Spenden, sondern folgt auch einem besonderen Konzept. Sie ist als 24-Stunden-Lauf konzipiert, beginnt also am 30. November um 12 Uhr und endet am 1. Dezember zur selben Zeit. Gelaufen wird abwechselnd auf vier Runden, die sechs Kilometer lang sind, Start ist immer zur vollen Stunde am Wittenbergplatz. Wer alle vier Runden absolviert, bekommt eine Medaille, ebenso diejenigen, die mehr als 50 Euro spenden.

24-Stunden-Lauf in Berlin: Diese Spenden werden gebraucht

#Heat24 ist allerdings kein Wettkampf: „Alle – ob erfahrene Läuferin oder blutiger Anfänger, aktiv oder unterstützend – sind eingeladen, mitzumachen und ein starkes Zeichen für Gemeinschaft und soziales Engagement zu setzen“, heißt es in der Ankündigung. Darunter soll auch Tempelhof-Schönebergs Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne) sein. Das Event selbst wird über Sponsoren finanziert, sodass für alle Läufer die Teilnahme und Verpflegung kostenlos sind. Und was normalerweise zur Vorbereitung auf einen Lauf gehört, bildet hier den Abschluss: Nach der letzten Runde seien alle zu einer Pasta-Party bei der Berliner Stadtmission eingeladen, heißt es.

Die Zahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass bei dem Event durchaus hohe Summen für die Berliner Kältehilfe und die Diakonie Hamburg zusammenkommen: Seit 2019 haben Laufgruppen den Angaben zufolge bereits mehr als 253.000 Euro für #Heat24 gesammelt. Allein im vergangenen Jahr waren es rund 58.000 Euro. In Berlin nimmt das Team außerdem originalverpackte Hygieneartikel sowie noch tragbare und saubere Kleidung für Bedürftige entgegen.

Berliner Neujahrslauf sammelt Spenden für den guten Zweck

Es gibt aber noch mehr Wege, als Läufer oder Läuferin andere Menschen und Organisationen zu unterstützen. Beim Berliner Neujahrslauf am 1. Januar können Starter das neue Jahr direkt mit einer guten Tat beginnen – was für die kommenden zwölf Monate sicherlich nur ein positives Vorzeichen sein kann. Auch dort verzichtet der Organisator SCC Events auf eine Startgebühr, stattdessen wird ebenfalls um Spenden gebeten. Das Geld geht seit vielen Jahren an die Björn Schulz Stiftung, die unter anderem in Pankow das Kinderhospiz Sonnenhof betreibt. In diesem Jahr waren mehr als 4200 Menschen dabei, die auf einer vier Kilometer langen Runde durchs Zentrum liefen. Mehr als 10.000 Euro an Spenden kamen zusammen.

Auch weitere Laufevents unterstützen karitative Zwecke. Das gilt zum Beispiel für den Berliner Frauenlauf, der nächstes Jahr wieder am 17. Mai stattfindet. Ein Euro von jeder Anmeldegebühr geht an die Berliner Krebsgesellschaft, um krebskranken Frauen in finanzieller Not zu helfen. Beim Berliner Halbmarathon und Marathon wird zusammen mit der Berliner Stadtmission Kleidung gesammelt, die dann an bedürftige und zumeist wohnungslose Menschen geht. Ich habe vor dem Berlin-Marathon ein Paar Laufschuhe und ein gefüttertes Langarmshirt abgegeben. Beides war viel zu lange ungenutzt in meinem Schrank – und kann einer anderen Person hoffentlich mehr helfen.

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Und dann bleibt bei den großen – frühzeitig ausverkauften – Events noch die Option, einen Startplatz zu bekommen, in dem eine bestimmte Summe an einen Charity-Partner gespendet wird. So bin ich für den kommenden Berliner Halbmarathon ebenfalls an einen Startplatz gekommen. Und wer jetzt ebenfalls laufen und Gutes tun möchte: Ein paar Organisationen haben noch wenige Plätze für den Lauf im April 2025 frei.