Um das Bölschefest in Friedrichshagen hat es in den vergangenen Jahren ein ziemliches Hickhack gegeben. Nach mehreren Ausfällen und dem schließlich endgültigen Rückzug des langjährigen Veranstalters Laubinger Event GmbH ist inzwischen alles wieder klar geregelt. Der Verein Hauptstadtkultur hat die Organisation übernommen und richtet nun erstmals in diesem Jahr gleich zwei Bölschefeste aus.
Nach dem traditionellen Termin im Mai gibt es erneut eine September-Ausgabe. Diese feierte 2024 Premiere und war zunächst nur als Ausweichtermin gedacht. So ging Veranstalter Christian Jüttner anfangs noch von einer Rückkehr der Laubinger Event GmbH im Mai 2025 aus, zu der es dann aber nicht kam. Nun organisierte Hauptstadtkultur dieses Jahr erstmals den Mai-Termin, will sich aber dennoch von dem September-Termin nicht trennen. „Weil wir wirklich gemerkt haben: Die Nachfrage ist da bei den Leuten“, begründet das Christian Jüttner im Gespräch mit der Berliner Morgenpost.
Bölschefest im September fast eine Dublette des Mai-Termins
„Deswegen ist es so, dass die sich inhaltlich nicht wirklich viel unterscheiden. Es ist beides von der Größe und vom Inhalt eigentlich gleich.“ Zwischen dem Bölschefest im Mai und dem Bölschestraßenfest jetzt von Freitag bis Sonntag, 18. bis 20. September, wird es ihm zufolge lediglich ein paar saisonale Unterschiede geben. Statt frühlingshaft werden sich viele Aussteller schon ein bisschen herbstlicher präsentieren. Das werden Besucher auch bei den Kunsthandwerkern bemerken, sagt Jüttner.
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Für die Zukunft macht der erfahrene Volksfest-Organisator eine Ankündigung. So wird das Bölschefest im Mai, wie bereits dieses Jahr, auch in Zukunft immer an vier statt an drei Tagen stattfinden, beginnend stets mit dem Herrentag. Im September bleibt es dagegen auch in Zukunft bei drei Tagen und stets dem gleichen Wochenende.
Bühnenprogramm mit Musik und Fahrgeschäfte auf dem Marktplatz Friedrichshagen
Für diesen Freitag bis Sonntag sind erneut eine Mischung aus Bühnenprogramm mit DJs und Live-Musik auf dem Marktplatz Friedrichshagen sowie Kunsthandwerk und Streetfood entlang der Bölschestraße angekündigt. Zudem gibt es für Kinder ein paar Fahr- und Spielgeschäfte.

Am Freitag von 18 bis 22 Uhr präsentiert die Blue Haley Band aus Friedrichshagen wieder eine große Rock-’n‘-Roll-Revue. Am Samstag präsentieren sich verschiedene Vereine auf der Bühne. Gespielt werden Country und Rock von Ginger Taylor. Dazu gibt es Auftritte von Sebastian Hämer und den Berlin Stones. Am Sonntag führt dann Moderator Michael Ehrenteit durch den Tag. Mit dabei sind dann unter anderem das international mehrfach ausgezeichnete Tanzensemble Step by Step, die kolumbianische Liveband Creciente und die A Great Joe Cocker Show.
Wir sind ein neuer Veranstalter seit ein paar Jahren. Das heißt: Wir versuchen, uns da jetzt gut zu vernetzen.
Christian Jüttner, Bölschefest-Organisator
So kooperiert Christian Jüttner mit den Geschäften in der Bölschestraße
Eine kleine Einschränkung, die aber kaum ins Gewicht fallen dürfte, ergibt sich diesmal durch die Baustelle gegenüber dem Marktplatz neben der Christophoruskirche. Dort wird derzeit im Auftrag des Bezirksamts Treptow-Köpenick das Denkmal für die Gefallenen der Einigungskriege restauriert. Der Kirchplatz ist dafür abgesperrt. Die Arbeiten sollen spätestens Ende Oktober fertig sein. Dann soll der Platz wieder freigegeben werden.

Was die Geschäfte entlang der Bölschestraße betrifft, wähnt sich Christian Jüttner auf einem guten Weg, denn diese hätten auch ein Interesse daran, sich beim Bölschefest zu präsentieren. „Also, da sind viele begeistert“, sagt er. Einige werden ihm zufolge auch extra ihre Biergärten erweitern. Es gebe Übereinkünfte für teilweise Kostenbeteiligungen zu „symbolischen Summen“. Das reicht von Restaurants, die draußen auch noch Getränke verkaufen, über von Anliegern aufgebaute Grillwagen bis hin zu Trödelständen von Anwohnern.
„Wir sind ein neuer Veranstalter seit ein paar Jahren. Das heißt: Wir versuchen, uns da jetzt gut zu vernetzen“, erklärt Jüttner. Er ergänzt: „Was mir damals bei der Bölsche auch immer gut gefallen hat, war, dass viele auch aus der Straße mitgemacht haben – sei es Gewerbetreibende oder Private –, und da wollen wir wieder hin.“
Berlin-Wahl am Sonntag wird keine Rolle spielen
Eine Besonderheit in diesem Jahr ist, dass am Sonntag in Berlin gewählt wird. In der Vergangenheit hatte es beim Bölschefest auch mal Parteistände gegeben, was allerdings mehrfach zu Stress führte. Christian Jüttner, der selbst in einem Jahr mal Parteistände zugelassen hatte, will die Politik deshalb nicht mehr vertreten sehen. „Wir haben daraus auch gelernt. Das machen wir nicht mehr“, betont er.
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Die Parteien nimmt er ausdrücklich in Schutz. Von diesen sei der Zoff nicht ausgegangen. Manche Menschen hätten die Parteienpräsenz jedoch als Bühne genutzt. Dafür sei ein Familienfest aber nicht der richtige Ort. Wer mit seinen Kindern dort hingehe, wolle keine aggressive Stimmung erleben. „Deshalb haben wir gesagt: Das machen wir nie wieder. Also Politik und Parteien werden bei den Festen keine Rolle mehr spielen.“




