Bereits seit Wochen hängen die Ankündigungsplakate beinahe überall im Bezirk. Nun ist es so weit: Am kommenden Wochenende, 19. bis 21. September, finden gleich zwei große Volksfeste auf einmal in Treptow-Köpenick statt. Das Besondere dabei: Es ist der gleiche Veranstalter, der sich damit quasi selbst Konkurrenz schafft. So organisiert der Verein Hauptstadtkultur von Freitag bis Sonntag sowohl das Müggelheimer Erntefest als auch das Straßenfest an der Bölsche.

Für das Müggelheimer Erntefest sind rund um den Dorfanger Kinderfahrgeschäfte, Gastronomie und drei Bühnen angekündigt. Neu ist der Rummel auf der Festwiese. Zum Straßenfest an der Bölsche wiederum werden Kunsthandwerker, Infostände, Streetfood, Schausteller, Gastronomie und Bühnen mit Musik gehören.

Bölschefest gibt es nicht mehr – doch neuer Veranstalter springt ein

Auch wenn sich die Feste, die der Verein Hauptstadtkultur organisiert, oft stark ähneln, was schon zu Kritik geführt hat, ist das Bölschestraßenfest schon etwas Besonderes für Friedrichshagen. Schließlich gibt es das langjährige und traditionsreiche Bölschefest nicht mehr. Im Frühjahr hatte der langjährige Veranstalter, die Laubinger Event GmbH, nach einem zunächst angekündigten Comeback im Mai den endgültigen Rückzug verkündet. Begründet wurde dies anfangs mit Sicherheitsbedenken wegen möglicher Anschläge.

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„Straßen wie die Bölschestraße sind fast gar nicht mehr geeignet für solche Feste in diesen Zeiten“, hatte Geschäftsführer Hans-Dieter Laubinger, der das Bölschefest 25 Jahre lang organisiert hatte, damals im Gespräch mit der Berliner Morgenpost gesagt. Kurze Zeit später entschied er sich um, wollte zumindest eine verkleinerte und besser abzusichernde Festvariante auf dem Marktplatz Friedrichshagen durchführen. Dann gab er jedoch plötzlich übertriebene Auflagen des Ordnungsamts für den Standort als Grund für die endgültige Absage an.

So sah es im April dieses Jahres beim Osterfest auf dem Markplatz Friedrichshagen in der Bölschestraße aus.
So sah es im April dieses Jahres beim Osterfest auf dem Markplatz Friedrichshagen in der Bölschestraße aus.© Berliner Morgenpost | Philipp Hartmann

Bekenntnis zum Standort Friedrichshagen

Der Weg für Festorganisator Christian Jüttner und seinen Verein Hauptstadtkultur wurde damit endgültig frei. 2024 hatte er schon einmal im September die Bölschestraße mit einem Fest neu belebt. Später folgten ein Weihnachtsmarkt und in diesem Frühjahr ein Osterfest.

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Für die Zukunft plant Jüttner, so hatte er es gegenüber unserer Redaktion angekündigt, das Fest auf der Bölschestraße auf das zweite Mai-Wochenende verlegen zu wollen. Das war jahrzehntelang der Traditionstermin für das Bölschefest. „Mit ihm haben wir einen Veranstalter, der etwas machen will und etwas anbietet“, zeigt sich Mathis Richter, Geschäftsführer des Tourismusvereins Treptow-Köpenick, erfreut über Jüttners Engagement.

Beide Volksfeste sind geöffnet am Freitag von 14 bis 22 Uhr, Sonnabend von 12 bis 22 Uhr und Sonntag von 12 bis 20 Uhr.