„Man kann sich gar nicht satt sehen“, lautete das Fazit der ersten Besucherin. Noch vor der Eröffnung von Berlins größter Miniaturwelt im Forum Köpenick am Montagvormittag hatte Stefanie die Anlage im ersten Obergeschoss bereits entdeckt und mit ihrer dreijährigen Tochter Frieda erkundet. „Das ist wie ein großes Wimmelbild, man kann immer wieder etwas Neues entdecken“, so das Urteil der jungen Mutter.
Was die Kunden des Einkaufszentrums in der Köpenicker Bahnhofstraße in den kommenden Wochen bestaunen können, ist tatsächlich etwas ganz Besonderes. Auf 60 Quadratmetern ist dort eine detailreiche, weihnachtlich-winterliche Miniaturlandschaft aufgebaut worden, die ihresgleichen sucht.
Das sind die Highlights der Anlage im Forum Köpenick
Zu sehen sind dort mehrere Einzelwelten, unter anderem mit kleinen Felsanlagen, Dorflandschaften und einem kompletten Zoo, dazu zahlreiche Karussells und eine Modelleisenbahn, die dazwischen hindurchfährt. 60 Liter weißer Kunststoff wurden in Pulverform verteilt, um diese eingeschneit aussehen zu lassen. Eines von vielen Highlights: Ein Theater zeigt drei verschiedene Vorführungen mit musikalischer Untermalung, darunter „Der Nussknacker“. Nach jeweils 30 Sekunden wechseln das Bühnenbild und das Licht.

Am höchsten Punkt der Anlage befindet sich ein Freefall-Tower, ähnlich wie auf dem Rummel Berliner Wintertraum in Niederschöneweide. Dieser fährt in regelmäßigen Abständen Fahrgäste an die Spitze, die dann ruckartig in die Tiefe stürzen. In der Miniaturwelt ist auch eine Skipiste verbaut, die eine Hommage an die Müggelberge sein soll.
Das sind die Highlights der Miniaturwelt im Forum Köpenick
Gefertigt hat die „themenorientierte Miniaturwelt“ mit Unterstützung von den beiden weltweit etablierten Firmen Lemax und Luville der Hamburger Künstler Holger Erven, der dafür mehr als 1200 Arbeitsstunden investiert hat. Mehr als 100 Stunden dauerte allein der Aufbau vor Ort.
Miniaturlandschaft war seit der Corona-Pandemie im Lager versteckt
Das kreative Genie konnte am Montag aufgrund einer Erkrankung nicht persönlich im Forum Köpenick anwesend sein. Dafür übernahm der Geschäftsführer des Tourismusvereins Treptow-Köpenick, Mathis Richter, die Präsentation der Anlage. Noch am Vortag hatte er ein langes Telefonat mit Holger Erven geführt, um sich alle wichtigen Informationen durchgeben zu lassen.

Richter war es auch, der den Künstler davon überzeugen konnte, seine Anlage wieder im Forum zu zeigen. Das war bereits 2018 und 2019 der Fall. Der damalige Center-Manager Uwe Eigenbrod hatte Erven, der selbst kaum einen Bezug zu Berlin hat, zufällig in Hamburg kennengelernt und ihn nach Köpenick gelockt. Damals war die Miniaturwelt jedoch noch nicht so groß wie heute.
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Nach 2019 wurde Ervens Kunstwerk in Hunderten von Kisten verpackt und im Lager des Einkaufszentrums verstaut. Seit der Corona-Pandemie wurde die Anlage dann nicht mehr gezeigt. Dann habe jemand zufällig eine der Kisten geöffnet, wie Mathis Richter erzählt, und die Anlage damit zurück ins Bewusstsein gebracht. Daraufhin habe er alle Hebel in Bewegung gesetzt, den Künstler ausfindig zu machen, um die Miniaturwelt wieder öffentlich zu zeigen.
Künstler Holger Erven baute komplett neue Themenwelten
Mitte Oktober hätten sie miteinander telefoniert. Eigentlich, so erzählt Richter, müsse man sich bei Holger Erven bis Ende Juni melden, um ein solches Projekt für Weihnachten zu realisieren. In diesem Fall habe sich der Künstler aber dazu bereiterklärt, in dieser kurzen Zeit die Anlage nicht nur wieder aufzustellen, sondern sogar noch deutlich zu erweitern. „Einfach das Alte wieder aufzubauen, das wollte er nicht“, sagt Richter.

Stattdessen baute Erven in wenigen Wochen mit der „Elephant’s World“ und der „Elfenwelt“ zwei komplett neue Themenwelten zusammen – mit lediglich ein paar rechteckigen Styroporplatten als Ausgangsmaterial. Er sei extra mit seinem Camperbus von Hamburg nach Berlin gefahren, habe diesen in der Tiefgarage des Forums abgestellt und dort auch übernachtet, um die Anlage tagsüber im Einkaufszentrum auf- und ausbauen zu können. Diese Leidenschaft und dieser Aufwand seien bemerkenswert, so Richter.
Hobbybastler begeistert von der Detailverliebtheit der Modelle
Genau wie die Detailverliebtheit, denn allein für die Stadtmauer in der Themenwelt Altstadt, deren Eingang mit seinen Torbögen an den S-Bahnhof Köpenick erinnern soll, hat Holger Erven 12.000 Steine aus Holz angefertigt. Dazu hat er insgesamt 1500 Figuren in der Anlage verbaut. An einer Stelle ist beispielsweise ein Weihnachtsmann mit gebrochenem Fuß zu sehen, der auf einer Trage weggebracht wird. Allein alle Figuren anzusehen, würde stundenlang dauern. Inspirieren lassen hat sich der Künstler bei seinen Miniaturbauten von seinen Reisen, unter anderem in die USA. So entstand auch die Einzelwelt „Canyon Land“.
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„Das sieht sehr, sehr schön aus“, entfuhr es spontan einem Hobbybastler, der am Montag zu den ersten Begutachtern zählte. Er baue selbst gern Modelle, sagte der Mann. „Davon bin ich aber weit entfernt“, staunte er.
Miniaturwelt als Spielfläche für ein Gewinnspiel mit Beteiligung des 1. FC Union
Die deutschlandweit größte mobile Fantasie-Miniaturwelt soll nicht nur ein schöner Blickfang sein, sondern erfüllt in den kommenden Wochen auch noch einen anderen Zweck. So wird ab dem 30. November an jedem Sonnabend sowie an den verkaufsoffenen Adventssonntagen am 8. und 22. Dezember unter den Figuren jeweils ein Spieler des 1. FC Union versteckt. Wer diese Figur findet, fotografiert und in den sozialen Kanälen mit dem Forum Köpenick teilt, hat die Chance auf Einkaufsgutscheine, VIP-Tickets und Trikots des Fußball-Bundesligisten.

Aufgebaut bleibt die Anlage bis zum 11. Januar. Sie soll aber auch zu Weihnachten 2025, dann wahrscheinlich wieder mit Änderungen und Erweiterungen, zurückkehren. Wer sich für einzelne Bauten interessiert, kann diese auch erwerben über den Onlineshop des Künstlers unter dekodeinewelt.de.



















