Ende des Jahres öffnete Berlins erstes Wohncontainerdorf für Flüchtlinge in Köpenick. 116 Menschen sind bereits eingezogen, Ende nächster Woche werden es 330 sein. Der Internationale Bund, der das Dorf betreibt, lädt am kommenden Montag Anwohner zum Tag der offenen Tür. Leiter Peter Hermanns über die Idee hinter der Einladung.
Berliner Morgenpost: Warum veranstalten Sie den Tag der offenen Tür?
Peter Hermanns: Unser Ziel ist, die Einrichtung in den Kiez einzubinden. Wir wollen ein friedliches Miteinander zwischen den Anwohnern und den geflüchteten Menschen organisieren. Es ist ein Signal von unserer Seite, um Vertrauen zu schaffen. Die Menschen sollen sehen, wie die Flüchtlinge bei uns leben.
Was genau haben Sie für den Tag geplant?
Wir haben zwei Gebäude hier – ein großes und ein kleines. Das große ist zum Teil schon bewohnt, deswegen werden wir es auch nicht zur Besichtigung freigeben. Wir möchten nicht, dass die Flüchtlinge in ihrer Privatsphäre gestört werden. Wir zeigen den Besuchern das leere Gebäude. Dort ist aber alles zu sehen, was man zeigen kann. Vorab werden auch Vertreter vom Land Berlin und vom Bezirk sprechen.
Werden auch die Flüchtlinge sprechen?
Eventuell. Ich werde mit Einzelnen reden, ob sie bereit sind und Lust haben, ihre Geschichte zu erzählen. Es kann sein, dass es die Bereitschaft gibt, vielleicht aber auch nicht. Aber für die Anwohner wäre es bestimmt wichtig. Denn es ist immer besser, man hat auch Gesichter zu Geschichten.
Wird es auch einen Dialog mit den anderen Flüchtlingen geben, die nicht extra für die Rede ausgesucht wurden?
Ja, natürlich. Wenn die Flüchtlinge das möchten.
Was erhoffen Sie sich von dem Tag?
Es werden sicherlich kritische Anwohner kommen. Das wissen wir. Aber deshalb machen wir das ja auch. Wir wollen mit den Kritikern ins Gespräch kommen. Auch in unseren anderen Einrichtungen veranstalten wir etwa einmal im Jahr Tage der offenen Tür, und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wahrscheinlich werden wir aber nicht alle Interessierten auf einmal reinlassen können. Sie sollten sich auf Wartezeiten einstellen.





