An diesem Wochenende steht bei der VeloBerlin auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof alles im Zeichen des Fahrrads. Seit 2011 findet das Radfestival in Berlin statt, vor allem um Innovationen für nachhaltige Mobilität zu präsentieren. Jedes Jahr zieht es zwischen 15.000 und 20.000 Sportler, Fahrradfans und Familien an. Diesmal sind rund 200 Aussteller am Start. Fünf Test-Tracks laden zum Ausprobieren neuer Räder ein. Außerdem gibt es Street-Food, einen Fahrradparcours, Diskussionen und interaktive Workshops. Der Berliner Radsport Verband (BRV) veranstaltet das Fahrradrennen „Airfield Race“.

Zu entdecken gibt es alles, was mit Rädern zusammenhängt: Das landeseigene Unternehmen InfraVelo informiert im VeloSalon über radfahrfreundliches Kopfsteinpflaster. Der Nachwuchs des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) stellt sich im Vortrag als „jung, laut und auf zwei Rädern“ vor. Der ADAC Berlin-Brandenburg bietet ein Sicherheitstraining an. Die Radreparatur-App Wunderfix und die Plattform Upway, zum Tausch gebrauchter E-Bikes, stellen sich vor. Und Visit Berlin präsentiert besondere Radrouten.

Innovationen: Von A wie Airbag bis Z wie Zweirad

In Schweden gibt es bereits seit Jahren Airbag-Helme für Radler. Jetzt gibt es eine ähnliche Innovation „made in Germany“: einen Airbag für Fahrradfahrer vom Startup Mason. Man kann ihn aufsetzen wie einen Rucksack, bei einem Sturz stülpt er sich dann automatisch über den Fahrradhelm. Die Sicherheitsmaßnahme kostet ab 550 Euro und ist noch nicht vom TÜV geprüft. Wer kauft sich so etwas? „Otto Normalverbraucher genauso wie Downhill-Biker und Rennradfahrer“, sagt Patrick Lehnert von Mase. Gibt es das auch für Kinder? „Bis jetzt nein. „Die Mindestkörpergröße für unsere Airbags muss 1,60 Meter betragen.“

Fragt man die Fahrradhändler nach Trends, so tauchen immer wieder die gleichen Begriffe auf: „leichte E-Bikes“, Urban Rad oder das Gravelbike. Viele Preise für ein Fahrrad liegen im vierstelligen Bereich. „Das günstigste Rad im 28-Zoll-Bereich kann man bei uns für 649 Euro haben“, erklärt Thomas Conrad von der BBF Bike GmbH. Das Unternehmen sitzt in Hoppegarten. „Das Viva Bellissimo, ein Urban Bike mit Ledersattel und Stahlrahmen, kostet 3300 Euro.“

Ziemlich viel Geld für eine Stadt, in der fast jedes Fahrrad irgendwann geklaut wird. Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es? „Man kann das Rad bei der Polizei registrieren lassen“, so Conrad. Oder einen Tracker einbauen. Der kostet um die 150 Euro. So kann man das geklaute Fahrrad orten.
VeloBike, Tempelhof Hangar 5, Tempelhofer Damm 45, Berlin, Tagesticket 15 Euro



