Carlotta Riedesel
Jetzt ist es offiziell: neben einem weiteren Träger sollen die selbstverwaltenden Jugendkollektive Drugstore und Potse nach vielen Jahren der Unsicherheit endlich ein eigenes Haus in Tempelhof-Schöneberg bekommen. Geplant ist ein barrierefreies Gebäude mit rund 700 Quadratmetern Nutzfläche am Werner-Voß-Damm 47, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Südkreuz und angrenzend an die Gartenstadt Neu-Tempelhof. Das neue als „Haus der Jugend“ projektierte Gebäude soll vielfältig nutzbar sein und Jugendlichen ein breites Angebot mit unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten bieten.
Oliver Schworck, SPD-Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit, betont: „Jugend braucht Räume – nicht nur zum Dasein, sondern zum Selbermachen. Mit dem neuen Haus der Jugend schaffen wir ein vielfältiges Angebot und geben jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Ideen und Projekte umzusetzen. Das ist ein klares Signal für gelebte Jugendkultur und Beteiligung. Für mich ist das ein echtes Herzensprojekt.“
Finanziert wird der Neubau zu 75 Prozent über das Stadtebauförderprogramm „Nachhaltige Erneuerung“ im Gebiet Schöneberg-Südkreuz, die restlichen 25 Prozent übernimmt der Bezirk. Drugstore und Potse sind seit einem Jahr in die Planung eingebunden und hoffen nun auf einen lang ersehnten dauerhaften Standort.
Endlich ein Domizil für Potse und Drugstore – was die Lösung bedeutet
Die beiden Kollektive hatten seit der Kündigung ihrer Mietverträge 2018 große Schwierigkeiten, geeignete und langfristige Räume für ihre Veranstaltungen zu finden. Nach Angaben von Drugstore führte das zum Abbruch vieler Beziehungen zu Jugendlichen. Doch trotz der laufenden Planung für das neue Haus bleibt die Zukunft der beiden Jugendkollektive vorerst ungewiss.
Die Potse muss voraussichtlich im September 2026 ihre derzeitigen Räume in der Zollgerage im Flughafen Tempelhof verlassen. „Was mit dem Jugendzentrum danach passiert, ist unklar“ schreibt das Kollektiv. Geplant ist ein vorübergehender Einzug in das 2023 geschlossenen Jugendzentrum Linse in Lichtenberg, was der Potse allerdings noch nicht sicher zugesagt wurde.
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Auch die derzeitigen Mietverträge des Drugstores sind befristet. Wie lange das Kollektiv seine Standorte in Schöneberg und Lichtenberg noch nutzen kann, ist ebenfalls ungewiss. „Toll, dass es in der Zukunft ein Gebäude für Drugstore und Potse gibt, aber wir brauchen jetzt erst einmal Räume fürs nächste Jahr“, sagt ein Besucher der Potse. Trotz der aktuellen Unsicherheiten ist das geplante Haus der Jugend für Drugstore und Potse ein wichtiger Schritt hin zu einem dauerhaften Zuhause.


