Nach mehr als 20 Jahren Planungsphase und sechs Jahren Bauzeit ist endlich das Ziel in Reichweite: Mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn zum 14. Dezember dieses Jahres werden die 16 Kilometer Gleise der Dresdner Bahn auf Berliner Gebiet für die Nutzung von Regional- und Fernzügen freigegeben. Bislang kann die Strecke nur von S-Bahnen genutzt werden.

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Durch die zwei neuen Gleise zwischen den Stationen Südkreuz und Blankenfelde wird nicht nur der Eisenbahnknoten Berlin entlastet und der Verkehr damit zuverlässiger, versprach Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, bei der Vorstellung der Neuerungen am Montag. Denn die neue Strecke entlaste die Anhalter Bahn, über die auch die ICE-Sprinter nach München fahren. Besonders die Fahrzeiten in Richtung Dresden und zum Flughafen BER verkürzen sich.

Unter anderem wird der Flughafen-Express (FEX) die neue Strecke nutzen und den BER dann im 15-Minuten-Takt in 23 Minuten mit dem Hauptbahnhof verbinden. Zum Vergleich: Aktuell beträgt die Fahrzeit vom Berliner Hauptbahnhof BER mit dem FEX 39 Minuten. Vom Südkreuz dauert es dann ab Dezember sogar nur 14 Minuten, vom Potsdamer Platz sind es 19 Minuten – so lautet zumindest das Versprechen. „Ich würde es sehr persönlich nehmen, wenn es nicht klappen würde. Aber es klappt“, bekräftigte Kaczmarek.

FEX zum Flughafen BER rollt auch nachts

Die Inbetriebnahme der Dresdner Bahn sei nicht nur für die Fluggäste, sondern auch für die rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Hauptstadtflughafen BER von erheblicher Bedeutung, ergänzte Flughafenchefin Aletta von Massenbach. Viele der Beschäftigten starteten weit vor Beginn und nach Ende des Nachtflugverbots von null Uhr bis fünf Uhr. Insofern sei es eine gute Nachricht, dass der FEX auch nachts fahre. Der 15-Minuten-Takt des FEX wird zwischen vier Uhr und 0.30 Uhr angeboten. Zwischen ein und vier Uhr fährt er zwischen Bahnhof Charlottenburg und BER einmal die Stunde.

Streckensanierung der Dresdner Bahn - Die Flughafenanbindung vom Südkreuz
Streckensanierung der Dresdner Bahn – Die Flughafenanbindung vom Südkreuz.© Berliner Morgenpost Infografik | C. Schlippes /Berliner Morgenpost Infografik

Noch ist auf der neuen Strecke allerdings nicht alles fertig. So werde noch an der Leit- und Sicherungstechnik gearbeitet, sagte Kaczmarek weiter. Spürbar für die Fahrgäste sind aber andere Baustellen. Denn ebenfalls noch nicht fertig ist der neue Kombibahnhof Blankenfelde. Für diesen wird von Montag, 25. August (4 Uhr) bis in die Nacht zum Montag, 22. September (1.30 Uhr) die S2 erneut zwischen Blankenfelde und Mahlow unterbrochen. Als Ersatz werden wieder Busse eingesetzt. Ab dem 22. September soll die S2 in Blankenfelde dann vom neuen Bahnsteig abfahren.

Südkreuz wird für zwei Monate abgehängt

Noch gravierender trifft viele Reisende, dass kurz vor der Inbetriebnahme der Dresdner Bahn der Bahnhof Südkreuz zur Baustelle wird. „Da müssen wir noch einmal durch.“, sagte Kaczmarek. Vom 24. Oktober bis 12. Dezember 2025 wird es aufgrund der Arbeiten an der Sicherungstechnik für den Bahnhof Südkreuz für Fern- und Regionalzüge gesperrt. Die S-Bahn soll aber fahren. Ob es einen Schienenersatzverkehr geben wird, ist aktuell noch offen. Am Konzept für die Zeit der Sperrung werde aktuell noch gearbeitet, sagte Joachim Radünz, Sprecher des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB).

Die Kosten für den Ausbau der Dresdner Bahn auf den 16 Kilometern in Berlin will der Bahnbevollmächtigte erst nach Abschluss der Arbeiten benennen. Schätzungen gingen zuletzt von rund 560 Millionen Euro aus. Der VBB hat alle Neuerungen, die sich durch die Inbetriebnahme ergeben, auf der Homepage unter www.vbb.de/ber bereitgestellt.