Seitdem Berlins Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) den Ausbaustopp mehrerer Radwege angekündigt hat, gehen in der Hauptstadt Menschen regelmäßig dagegen auf die Straße. Am Freitag (21. Juli) ruft die Schöneberger Stadtteilgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) unter dem Motto #Nichtmituns zur inzwischen vierten Demonstration am Richard-von-Weizsäcker-Platz (vormals Kaiser-Wilhelm-Platz) auf.

Denn in Schöneberg sind mit der Haupt- und Grunewaldstraße gleich zwei viel befahrene Straßen betroffen, an denen es bislang keine Radwege gibt. Auf beiden Straßen war zuletzt ein beidseitiger geschützter Radweg geplant und durchfinanziert. Bis Senatorin Schreiner die Überprüfung diese und anderer Projekte durch eine Taskforce angekündigt hatte. Dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg drohen nun Fördermittel des Bundes in Höhe von 1,5 Millionen Euro verloren zu gehen.

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Zuletzt hieß es aus der Senatsverkehrsverwaltung, dass elf Radspuren wie vorgesehen gebaut werden können. Dabei handelt es sich unter anderem um die Hansastraße sowie die Grellstraße in Pankow, den nördlichen Teil der Köpenicker Landstraße in Treptow-Köpenick zwischen Baumschulenweg und Bulgarische Straße sowie der Hermannstraße in Neukölln. Die vorgesehene rund 50 Meter lange Querung der Hellersdorfer Straße in Marzahn-Hellersdorf kann ebenfalls gebaut werden.

Fünf weitere Projekte sollen aber tiefergehend geprüft werden, darunter die Haupt- und Grunewaldstraße sowie die Siegfriedstraße in Lichtenberg. Ihnen droht im Zweifel das Aus. Und das wollen Radfahrverbände, Anwohner und Unterstützer nun verhindern. In der inzwischen vierten Woche wird am Richard-von-Weizsäcker-Platz und anderen Orten in Berlin demonstriert. Gefordert wird, die Radwege an Haupt- und Grunewaldstraße wie geplant umzusetzen.

ADFC: Mit Baustopp wird Verkehrssicherheit blockiert

„Mehr Verkehrssicherheit brauchen vor allem die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Das sind Kinder und weniger geübte Radfahrende, nicht Fahrer in gepanzerten SUVs! Mit dem Stopp wird mehr Verkehrssicherheit willkürlich blockiert. Frau Schreiner, nehmen Sie ihre Entscheidung sofort zurück!“, lautet der Appell von Markus Kollar, Sprecher der ADFC-Stadtteilgruppe Schöneberg.

Beginnen soll die Fahrrad-Demonstration 17 Uhr am Richard-von-Weizsäcker-Platz. Nach einer kleinen Rundfahrt endet sie auch dort wieder. Mit dabei sind erneut die Tempelhofer ADFC-Stadtteilgruppe, das Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg, VCD Nordost, Changing Cities, Fuss e.V. und Anwohnende der beiden Straßen. Sprechen werden die frühere Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), sowie Anwohnende.

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