Kommentar

Verkehr in Wohngebieten - Pragmatische Lösungen sind nötig

Für Anwohner in Wohngebieten ist der Ausweichverkehr eine harte Belastung. Die Verwaltung muss flexibler werden, sagt Gudrun Mallwitz.

Gudrun Mallwitz über Verkehrsprobleme in Nebenstraßen

Gudrun Mallwitz über Verkehrsprobleme in Nebenstraßen

Foto: Privat

Mehr Berliner, mehr Jobs – damit wächst auch der Verkehr. Auf den Straßen in der Hauptstadt geht es zunehmend langsam voran, Autos und Lastwagen stehen zu den Stoßzeiten beinahe im Dauer-Stau. Wer kommt da nicht auf die Idee, sich eine Alternativroute zu suchen – wenn nicht sogar das Navigationsgerät von sich aus eine Ausweichstrecke vorschlägt?

Für die Anwohner in Wohngebieten neben verstopfen Hauptstraßen ist der Ausweichverkehr eine schwere Belastung. Das gilt nicht nur für das Fliegerviertel neben dem Tempelhofer Damm, sondern auch für Bewohner anderer Siedlungen. Sie fordern zu Recht, mit dem lärmenden und zuweilen auch gefährlichen Chaos vor ihrer Haustür nicht allein gelassen zu werden.

Das von der rot-rot-grünen Landesregierung verabschiedete, bundesweit erste Mobilitätsgesetz hat das Ziel, Autos möglichst aus der Stadt herauszuhalten. Fraglich ist, ob ihr das mit ihrem einseitig gegen den Autoverkehr ausgelegten Konzept wirklich gelingt. Und nicht das Gegenteil eintritt: Indem die grüne Welle auf den Hauptstraßen gestoppt wird, schwappt der Verkehr in die nächstgelegenen Straßen, egal ob sie dafür ausgelegt sind oder nicht.

Pragmatische Lösungen müssen mehr Chancen haben. Auch bei ungesicherten Radwegen oder gefährlichen Übergängen dauert es viel zu lange, bis etwas passiert. Die Verwaltung muss flexibler werden, dazu müssen die Planungsverfahren verkürzt und das nötige Personal besser bezahlt werden.

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