Dass Tempelhof-Schöneberg eines der beiden neuen Pilotschwimmbäder erhalten soll, begrüßt das Bezirksamt. „Jetzt bleiben alle Standorte im Bezirk erhalten“, sagte Sportstadträtin Jutta Kaddatz (CDU) am Mittwoch, nachdem die Berliner Bäderbetriebe (BBB) ihr Konzept im Sportausschuss vorgestellt hatten. Nach dem Willen des Senats soll das neue Mehrzweckbad jedoch nicht mehr wie ursprünglich von den BBB vorgesehen auf dem Areal des Sommerbades an der Rixdorfer Straße gebaut werden, sondern auf dem Gelände des Kombibades Ankogelweg in Mariendorf.

Wie der Sprecher der BBB, Matthias Oloew, sagte, seien sie von der Entscheidung des Senats überrascht worden. Er wolle die politische Entscheidung nicht kritisieren, so Oloew. Sie habe aber zur Folge, dass es wahrscheinlich zu jahrelangen Ausfallzeiten käme wie in den jüngst sanierten Bädern in der Gropiusstadt und in Lichterfelde. An der Rixdorfer Straße hätte man neu gebaut und erst danach das Kombibad Ankogelweg vom Netz genommen. Die Bauzeit für ein Bad betrage rund zwei Jahre, Investition: 30 Millionen Euro. Schon weil der Neubau die Funktion des Schallschutzes zur Wohnbebauung übernehmen müsse, werde er wieder in etwa dort entstehen, wo die jetzige Halle steht. Seit Jahren gebe es dort Beschwerden von Anwohnern. Der Schallschutz werde ein wichtiges Thema sein.

Raumkonzept wird erst geprüft

Ob am Ankogelweg ebenso groß gebaut wird wie für die Rixdorfer Straße geplant – mit einem 50-Meter-Sport- und einem 25 Meter langen Mehrzweckbecken, einem Sauna- und Freizeitbereich mit Erlebnisbad sowie einem Ganzjahres-Außenbecken –, ist noch offen. Während laut Oloew Marktstudien für die Rixdorfer Straße rund 800.000 Besucher jährlich errechneten, gehen die BBB für den Ankogelweg von deutlich weniger Gästen aus. Grund sei, dass es dort keine U-Bahnanbindung gibt, sondern die Schwimmgäste in Alt-Mariendorf noch in den Bus steigen müssten. „Wir müssen für den Ankogelweg über das Raumkonzept neu nachdenken, denn wir wollen nur so groß bauen, wie es der Bedarf erfordert“, sagte Oloew. Um das Potenzial zu erkunden, wollen die BBB eine Einzugsanalyse in Auftrag geben. Stadträtin Kaddatz bezeichnete es zwar als Wermutstropfen, dass während der Bauzeit am Ankogelweg nicht geschwommen werden kann, aber das gerade sanierte Bad in der Gropiusstadt sei ein kleiner Ausgleich. „Wir unterstützen den Neubau für den Ankogelweg, das Bad wird ja jetzt schon vom gesamten Süden Berlins gut angenommen.“ Standort für das zweite neue Bad soll Pankow sein.