Sanierung

Altes Hertie-Haus soll im August mit neuen Läden öffnen

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Foto: Michael Brunner

2009 verließ Hertie das Kaufhaus an der Schöneberger Haupstraße 141-144. Ab Sommer soll dort wieder Leben einkehren: Neben TK Maxx werden ein Telekom-Shop und ein Fitnessstudio einziehen.

Das ehemalige Hertie-Haus an der Schöneberger Hauptstraße ist im Innern inzwischen komplett entkernt. Die Einkaufsgegend am Kaiser-Wilhelm-Platz mit der gut besuchten Restaurant- und Geschäftsmeile in der nahen Akazien- und Belziger Straße wird mit dem Ausbau wieder einige attraktive Geschäfte mehr erhalten. Nach dann sechs Jahren Leerstand, das Kaufhaus war Mitte 2009 geschlossen worden. Die mehr als 100-jährige Geschichte der Berliner Hertie-Kaufhäuser war auch hier Mitte August 2009 zu Ende gegangen. Im vergangenen Herbst hatten dann die Bauarbeiten begonnen.

Der Neuanfang im Gebäude wird für Mitte August angestrebt. Dann soll das Geschäftshaus an der Hauptstraße 141–144 mit neuen Läden wiedereröffnen. Der Drogeriemarkt dm, der auch jetzt schon im Erdgeschoss vertreten ist, zieht demnächst auf die andere Seite des Gebäudes und wird auch während der Bauzeit mit möglichst wenigen Unterbrechungen weiter geöffnet haben.

Die attraktive ebenerdige Fläche teilt sich der Drogeriemarkt nach Auskunft des Hauseigentümers Wolfgang Dietz künftig mit einer neuen Filiale von TK Maxx, die mit dem Slogan „big labels small prices“ wirbt und über zwei Etagen ins ehemalige Hertie-Haus einziehen wird – ins Erdgeschoss und ins halbe erste Obergeschoss. Zudem gibt es zwei kleine Einheiten jeweils am Rand des Erdgeschosses, rechts für einen Telekom-Shop, die Nutzung links sei noch offen. Neben dem früheren Haupteingang, der bestehen bleibt, wird auch noch eine Bäckerei mit einem kleinen Café eröffnen.

Unternehmer investiert 28 Millionen Euro in Schöneberger Hertie-Haus

Das zweite Obergeschoss wird die Fitnesskette mit dem Namen FitX mieten. Und ins Untergeschoss zieht auf mehr als 2000 Quadratmeter Fläche das Lebensmittelgeschäft Kaiser’s Tengelmann ein. Eine Verbindung, die es früher im Kaufhaus zu den Geschäften im Nachbargebäude wie beispielsweise Reichelt und Aldi gab, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Auch auf den Ausbau der Dachterrasse wird verzichtet.

Wie Hauseigentümer Wolfgang Dietz auf Anfrage der Berliner Morgenpost weiter mitteilt, steht bei den Bauarbeiten als Nächstes die Fassade auf dem Programm. Sobald das Wetter es zulasse, werde sie in Angriff genommen: „Es handelt sich um eine Stahlfassade. Wir werden die Scheiben und Trägerkonstruktionen abbauen und erneuern“, so Dietz. Mit einer Mischung aus hellem Naturstein und Glas soll sich die Fassade des 1969 errichteten Gebäudes in Zukunft etwas moderner präsentieren. Inklusive des Kaufs investiert Eigentümer Dietz nach eigenen Angaben rund 28 Millionen Euro in das Objekt, zu dem ein rund 5300 Quadratmeter großes Grundstück gehört und das im Innern 10.200 Quadratmeter Mietflächen bietet.

Einkaufszentrum soll im August fertig sein

Dass die Idee des Bezirksamtes, ins ehemalige Hertie-Haus könnte die Schöneberger Stadtbibliothek einziehen und ähnlich erfolgreich werden wie die im Einkaufszentrum Schloss in Steglitz, nicht verwirklicht werden konnte, tat Dietz leid, wie er sagt. Doch weil der Bezirk wirtschaftlich das Projekt nicht alleine tragen konnte, hätte auch noch das Abgeordnetenhaus den Plänen zustimmen müssen. Ein langwieriger Prozess, gegen den sich Dietz schließlich nach monatelanger wohlwollender Begleitung des Vorhabens doch entschieden hatte.

Jetzt zeigt er sich froh, dass mit der Sanierung und dem Umbau des Hauses zu einem Einkaufszentrum jetzt Land in Sicht ist und vermutlich im August Eröffnung gefeiert werden kann. Noch im Sommer vergangenen Jahres wurde auch der Ausbau der Dachterrasse mit einem öffentlichen Café angestrebt. „Diese Überlegung war leider sowieso nicht genehmigungsfähig und hätte auch nur bei der Bibliothek einen Sinn gemacht“, sagt Dietz.

( bsm )