Es geht endlich los in Lichterfelde West: Nach Jahren der Debatten über die unübersichtliche Situation für Fußgänger und Autofahrer auf dem Bahnhofsvorplatz startet die Umsetzung des Verkehrskonzepts. In einem ersten Schritt werden die Gehwege an der Kreuzung Baseler Straße und Hans-Sachs-Straße verbreitert. Sie können im Anschluss auch barrierefrei von Rollstuhlfahrern oder mit Kinderwagen genutzt werden. Vor allem aber werden die größeren Fußgängerbereiche, die weit in das Straßenland hineinragen, den Autoverkehr ausbremsen – ein Punkt, der von Anwohnern immer wieder gefordert wurde.

100.000 Euro kommen für die ersten Arbeiten aus dem Landeshaushalt

Die Arbeiten sind bereits ausgeschrieben, erklärte das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Christian Goiny (CDU). Dafür stünden 100.000 Euro an Landesmitteln zur Verfügung. Mehrkosten müssten aus dem Bezirkshaushalt für Straßenunterhaltung getragen werden. Die Erweiterung der sogenannten Gehwegköpfe und die Aufpflasterung in der Baseler Straße sind nur ein erster Schritt bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes..

Hans-Sachs-Straße vor dem Bahnhof Lichterfelde West
Die Einbahnstraßenregelung in der Hans-Sachs-Straße wird umgekehrt.© Katrin Lange | Katrin Lange

Die Vorhabenliste ist wesentlich länger. So soll unter anderem die Fahrtrichtung der Einbahnstraße in der Hans-Sachs-Straße umgekehrt werden, um den Durchgangsverkehr über den Bahnhofsvorplatz zu reduzieren. Der Taxi-Stand am Bahnhof in der Baseler Straße wird um zwei Stellplätze erweitert, dafür fallen die drei ungenutzten Taxi-Stellplätze in der Baseler Straße südlich der Curtiusstraße weg. Dadurch gibt es auch einen Parkplatz weniger in der Baseler Straße. Am ehemaligen Taxistand entstehen aber im Gegenzug drei neue.

Stellplätze für Menschen mit Behinderung werden vergrößert

Die Stellplätze für Menschen mit Behinderungen am Bahnhof werden vergrößert, zusätzlich wird ein weiterer für diese Personengruppe in der Baseler Straße geschaffen. Um mehr Übersicht beim Überqueren der Straße zu haben, werden die 22 Fahrradbügel im Bereich Hans-Sachs-Straße und Baseler Straßen abgebaut. Dafür werden etwa 40 neue Fahrradbügel in der Hans-Sachs-Straße aufgestellt. Dort wiederum werden damit sieben Kfz-Stellplätze wegfallen. Außerdem wird in der Hans-Sachs-Straße eine Jelbi-Station eingerichtet, eine Mobilitätsstation, wo etwa Leihräder zur Verfügung stehen.

Ziel dieser Maßnahmen sei es, insbesondere den Fußverkehr inklusive der mobilitätseingeschränkten Menschen zu verbessern, erklärt das Bezirksamt in der Antwort auf die Anfrage. Zudem solle der Radverkehr mit den neuen Abstellanlagen erleichtert werden. „Der Schleichverkehr wird durch die neue Verkehrsführung eingeschränkt, dennoch bleibt die Erreichbarkeit sämtlicher Grundstücke erhalten“, erklärt das Amt. Es würden sich keine Einschränkungen für die Feuerwehr- und Rettungsdienste oder die häuslichen Krankenpflege ergeben.

Mehr als drei Jahre lang wurde die Situation vor Ort analysiert

Erstellt wurde das Verkehrskonzept vom Ingenieurbüro SPV Spreeplan Verkehr GmbH nach mehreren Informationsveranstaltungen und Rundgängen mit Anwohnern und Interessierten. So hatte der zuständige Bezirksstadtrat Urban Aykal (Grüne) im Mai 2022 eine erste Beteiligungswerkstatt veranstaltet. Ein halbes Jahr später gab es ein Vor-Ort-Treffen mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung und den Gewerbetreibenden. Im Dezember 2024 wurden die Ergebnisse erneut am Bahnhofsvorplatz mit der Öffentlichkeit diskutiert.