Lost Places – verlassene Orte, die dem Verfall ausgesetzt sind – üben eine ganz besondere Faszination auf die Menschen aus, die sie besuchen. Zu den bekanntesten Lost Places Deutschlands zählen der Spreepark in Berlin und die Beelitz-Heilstätten in Brandenburg. Es gibt aber auch eine Reihe von eher unbekannteren und kleineren verlassenen Orte. In den Bezirken der Hauptstadt finden sich verlassene Grenzstationen, Geisterbahnhöfe, geheimnisvolle Villen und geräumte Industrieanlagen.
Und einige dieser Orte können betreten werden; bei anderen ist es Ortskundigen zumindest möglich, von öffentlichen Straßen und Plätzen aus einen Blick von außen auf die Fassaden der Bauruinen zu werfen. Hier gibt es alle Informationen zu den Lost Places im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, die frei zugänglich sind:
Ist es erlaubt, Lost Places zu besuchen?
Gewöhnlich ist es offiziell nicht erlaubt, einen Lost Place zu betreten. Obwohl die Orte verlassen aussehen, gibt es im Regelfall dennoch Eigentümer oder Verantwortliche, die alleine schon aus Gründen der Sicherheit nicht wollen, dass jemand diese Orte betritt. Lesen Sie auch: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch
Diese Lost Places im Bezirk Steglitz-Zehlendorf sind – gänzlich oder teilweise – frei zugänglich:
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Bahnhof Düppel
Der heutige Geisterbahnhof lag an der ältesten Eisenbahnverbindung Preußens, der Stammbahn zwischen Potsdam und Berlin. Einst schloss der Bahnhof Düppel Fahrgästen aus dem Süden – aus den wachsenden Siedlungen Kleinmachnow und Düppel – an den Fern- und Vorortverkehr an. Nach dem Krieg wurde er zum Endbahnhof mit Pendelzug und fristete nach dem Mauerbau vollends ein Schattendasein am Rande Westberlins. Seit 1980 fahren die Station keine Züge mehr an.
- Adresse: Nördlich der Berlepschstraße, Ecke Benschallee, 14163 Berlin-Nikolassee
- Geschichte: Im Juli 1939 an der Stammbahn Potsdam–Berlin eröffnet; im Juni 1948 auf S-Bahnbetrieb umgestellt; im September 1980 stillgelegt, seitdem teilweise abgetragen und verfallen
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Die Überreste des Bahnhofs Düppel befinden sich im Waldstück nördlich der Berlepschstraße. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) lauten C6CG+JJ5 Berlin. Achtung: Die Strecke ist zwar derzeit nicht befahren und nicht elektrifiziert – wie an jedem Lost Place kann das Betreten aber Gefahren mit sich bringen. Achten Sie auf Ihre Sicherheit
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Modell der Avus-Südkurve
Seit mehr als 80 Jahren schlummern tief im Grunewald die Überreste eines einstigen Prestige-Projekts: Das moosbedeckte Beton-Modell der nie gebauten Südschleife der legendären Avus-Rennstrecke, jener Berliner Ikone, in der seit den 1930er-Jahren ein Geschwindigkeitsrekord nach dem anderen gebrochen wurde. Im Krieg fehlten die Mittel die Steilkurve zu realisieren – und nach 1945 in der geteilten Stadt Berlin auch der Wille, die gefährliche Avus weiter zu verlängern.
- Adresse: Zwischen Havelchaussee und A115, 14193 Berlin-Nikolassee
- Geschichte: 1940 Sperrung der ursprünglichen Südkehre an der Spanischen Allee; seit Ende der 1930er-Jahre Pläne für eine Steilkurve an der Südspitze auf der Höhe nördlich des Schlachtensees; Bau eines Modells im Maßstab 1:100 und erste Erdarbeiten für die Errichtung der Steilkurve im Forst Grunewald; Aufgabe der Pläne während des Krieges, das Avus-Modell wird zum Lost Place
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Die Überreste der Avus-Südkurve befinden sich im Waldstück zwischen Havelchaussee und A115 und sind frei zugänglich. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten C6V2+6H Berlin
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Teufelsbrücke in Wannsee
Die Brücke über eine eiszeitliche Rinne am Rand der Havel diente schon dem Prinzen Karl von Preußen im 19. Jahrhundert als Aussichtspunkt. Sie wurde 1838 nach Plänen von Ludwig Persiusals als rund zwölf Meter hoher Ziegelstein-Viadukt errichtet. Doch seit 2009 ist die denkmalgeschützte Teufelsbrücke in Wannsee eine Ruine. Damals stürzte der mittlere der drei Brückenpfeiler ein. Daraufhin wurde die Brücke provisorisch abgestützt und ist seitdem für Besucher gesperrt.
- Adresse: Fußgängerbrücke im Glienicker Park, etwa 20 Meter nordöstlich des Märchenteichs, Park Klein-Glienicke, Königstraße 36 B, 14109 Berlin-Wannsee
- Geschichte: 1838 nach Plänen des Architekten Ludwig Persius (1803–1845) errichtet. 2009 stürzte die Brücke teilweise ein und ist seitdem gesperrt
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Der Glienicker Park ist täglich von acht Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Der Eintritt ist frei. Der Zugang zur Brücke ist durch einen Bauzaun eingeschränkt. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für die Brücke lauten C39X+Q8 Berlin
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Alter Checkpoint Bravo und die Raststätte Dreilinden
Am alten Checkpoint Bravo wuchert das Unkraut zwischen Beton-Platten. Früher gehörten sie zu einer Autobahn, die Berlin mit Helmstedt verband. An der Grenze zwischen Westberlin und der DDR wurde dort Anfang der 1950er-Jahre ein Kontrollpunkt für den Transitverkehr eingerichtet. Doch weil die Umgebung der DDR-Führung zu unübersichtlich war, wurde die Autobahnstrecke 1969 stillgelegt und der Checkpoint Bravo an die heutige A115 verlegt. Die eigentlichen Kontrollbauten sind am alten Standort nicht mehr erhalten, dafür Überbleibsel der alten Autobahn, des Kfz-Sperrgrabens und der Raststätte Dreilinden.
- Adresse: Albrechts Teerofen 58, 14109 Berlin-Wannsee
- Geschichte: 1948/1949 als Kontrollpunkt Nowawes eingerichtet; Ausbau des alten Checkpoints Bravo nach der Berlin Blockade Anfang der 1950er-Jahre; Eröffnung des Kantinengebäudes Dreilinden 1952; Verlegung der Autobahntrasse und Stilllegung des Grenzpunktes 1969
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Der alte Grenzübergang ist frei zugänglich. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten 95W9+X8 Berlin
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: US-Militärbahnhof Lichterfelde West
Fast fünf Jahrzehnte rollten hier in speziellen Zügen US-Panzer und Militärgerät aus Westdeutschland quer durch die DDR nach Westberlin. Der US-Militärbahnhof in Lichterfelde West sicherte den Nachschub und Truppentransport im amerikanischen Sektor, bis die letzten Soldaten nach der Wiedervereinigung in den 1990er-Jahren aus Berlin abgezogen wurden und der US-Schienenstützpunkt in einen jahrelangen Dornröschenschlaf fiel. Heute finden sich nur noch Überreste des alten Militärbahnhofs an dem Standort.
- Adresse: Curtiusstraße 28–30, 12205 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1947 wurde das "Rail Transportation Office" (RTO) der US-Armee an den Bahnhof Lichterfelde West verlegt; die Amerikaner errichteten entlang der Ladestraße an der Curtiusstraße einen Militärbahnhof mit eigenem Bahnsteig und Nutzgebäuden; nach dem Abzug der Alliierten 1994 wurde der Militärbahnhof stillgelegt und der überwiegende Teil der Infrastruktur 2008 abgerissen
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Die noch vorhandenen Reste des Militärbahnhofs – Bahndamm, Gleise und ein Stück der Überdachung – befinden sich hinter eine Absperrung an der Einbiegung Curtiusstraße zum Kadettenweg. Man kann sich bis auf wenige Meter nähern. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten C7RR+VG4 Berlin. Achtung: Es handelt sich um ein Privatgrundstück und es befinden sich befahrene Gleise in der Nähe. Das Betreten von Bahnanlagen ist generell verboten und lebensgefährlich
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Neuer Checkpoint Bravo
Wer von West- und Süddeutschland mit dem Auto nach Berlin fährt, dem fällt noch heute das rote Brückenhaus über die Autobahn an der Stadtgrenze auf. Der Checkpoint Bravo war einer von drei alliierten Grenzübergängen in Berlin. Seit 1969 befand er sich auf der Verlängerung der AVUS (heute A115), die zur Transitstrecke zwischen der Bundesrepublik und Westberlin durch DDR-Gebiet führte. Die Anlage mit Abfertigungsgebäuden, Raststätte, Tankstelle und Zollstelle wurde von den Architekten Rainer Rümmler und Hans Joachim Schröder entworfen.
- Adresse: A115, Ausfahrt Kleinmachnow/Europarc, 14109 Berlin-Nikolassee
- Geschichte: Von den Architekten Rainer Rümmler und Hans Joachim Schröder entworfen und zwischen 1968 und 1972 realisiert; seit 1969 Grenzübergang von Westberlin zur DDR-Transitstrecke, Leerstand nach der Wiedervereinigung; 2010 wurde das Grundstück an die Immobiliengruppe "Peja-Group" verkauft
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Die ehemaligen Gebäude des Checkpoints und die Ex-Tankstellen sind frei zugänglich. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten C58W+GQ Berlin
Von außen zugängliche Lost Places in Steglitz-Zehlendorf
Diese Lost Places im Bezirk Steglitz-Zehlendorf können zwar besucht werden – von Straßen und öffentlichen Plätzen aus können die Bauruinen betrachtet und fotografiert werden – ein Betreten des Inneren der Bauruinen ist aber in der Regel nicht möglich:
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Mäusebunker
Der Mäusebunker in Lichterfelde sieht ein wenig so aus als wäre ein Kriegsschiff in Berlin gestrandet: Martialische Formen, abgeschrägte Beton-Wände, aus denen Rohre auf den Betrachter zu zielen scheinen. Metallaufbauten markieren die "Kommandobrücke", hinter der massive Abluftrohre aufragen. Das Forschungsgebäude ist eine Ikone des Brutalismus. Nach Auseinandersetzungen um den Denkmalwert des riesigen Betonkolosses aus den 1970er-Jahren, wurde das Gebäude 2023 unter Denkmalschutz gestellt.
- Adresse: Krahmerstraße 6–12, 12207 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Zwischen 1971 bis 1981 als Zentrales Tierlaboratorien der Freien Universität Berlin nach Plänen der Architekten Gerd und Magdalena Hänska unter Mitarbeit von Kurt Schmersow errichtet; seit 2003 im Besitz der Charité, ab 2010 wurden Tiere und Forschung aus dem Gebäude in neue Einrichtungen in Buch verlagert, seit 2020 Leerstand
- Status: Aktueller Lost Place. 2023 gab das Landesdenkmalamt Berlin bekannt, dass das Gebäude Denkmalschutz erhält und nachgenutzt werden soll
- Zugänglichkeit: Vom öffentlichen Straßengrund aus einsehbar. Das Betreten des Geländes ist nicht erlaubt
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Bahnhof Zehlendorf Süd
Im Unterholz südlich der JVA Düppel zwischen Bäumen und Geäst schlummern die Überreste des alten Bahnhofs Zehlendorf Süd. Er lag an der ältesten Eisenbahnverbindung Preußens zwischen Potsdam und Berlin und war der einzige Bahnhofsneubau der Deutschen Reichsbahn in West-Berlin nach 1946. Seit 1980 fahren den Geisterbahnhof keine Züge mehr an.
- Adresse: Östlich der Clauertstraße, Ecke Robert-von-Ostertag-Straße, 14163 Berlin-Zehlendorf
- Geschichte: Beginn der Bauarbeiten für die Station 1970/1971; Eröffnung des Bahnhofs im Dezember 1972; nach dem Reichsbahnerstreik im September 1980 wurde der Zugverkehr an der Station eingestellt
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Die Überreste des Bahnhofs Zehlendorf Süd befinden sich im Waldstück östlich der Clauertstraße auf der Höhe der JVA Düppel. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) lauten C6GR+522 Berlin. Achtung: Unfallgefahr. Das Grundstück ist Eigentum der Deutschen Bahn. Das Betreten der Bahnanlage ist verboten
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Steglitzer Bierpinsel
Eine Architektur-Ikone der 1970er Jahre soll wiederbelebt werden: Das Bierpinsel genannte Gebäude an der Steglitzer Schloßstraße hat seit 2021 einen neuen Eigentümer. Dieser will Büroflächen, Gastronomie und Veranstaltungen in dem markanten Bauwerk realisieren. Seit 2017 steht der futuristische Turm der Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte unter Denkmalschutz.
- Adresse: Schloßstraße 17, 12163 Berlin-Steglitz
- Geschichte: Zwischen 1972 und 1976 nach Plänen der Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte realisiert; 1976 eröffnete das Turmrestaurant Steglitz; 1980 von der Wienerwald-Kette übernommen; wechselnde Betreiber bis 2006; danach Leerstand mit Ausnahme von Kunstaktionen und Events
- Status: Aktueller Lost Place. Geplant ist die Sanierung und Umbau zu Büros bis 2025
- Zugänglichkeit: Von außen einsehbar. In Zukunft soll es wieder Veranstaltungen im Bierpinsel geben. Infos unter: bierpinsel.berlin
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Steglitzer Kreisel
Seit Jahren stand der ehemals vom Bürgeramt genutzte Wolkenkratzer Steglitzer Kreisel leer, nachdem die letzten Mitarbeiter nach Asbestfunden ausziehen mussten – bis ein Investor die Wende versprach. Der Plan: Der Umbau zum Appartement-Hochhaus "ÜBerlin". Doch bis heute ragt die entkernte Bauruine ohne Fassade wie ein hohler Zahn am Rathaus Steglitz in den Himmel.
- Adresse: Schloßstraße 78–82, 12165 Berlin-Steglitz
- Geschichte: Zwischen 1968 und 1980 nach Plänen der Architektin Sigrid Kressmann-Zschach (1929–1990) errichtet; bis 2007 durch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf genutzt; danach Leerstand
- Status: Lost Place. 2017 wurde der leerstehende Hochhausturm an den Unternehmer Christoph Gröner verkauft, der plante das Gebäude zu einem Wohnturm umzubauen
- Zugänglichkeit: Von außen. Der Turm ist derzeit eingerüstet
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Diskothek Pop Inn
Das Pop Inn war eine der ersten Jugenddiscos Berlins, in der Jugendliche bereits mit 14 Jahren Eintritt erhielten. Das Ziel der 1960 gestarteten Disko: Der Senat wollte die Jugend von der Straße und aus den Trinkhallen holen. In dem legendären Club spielten unter anderem Agitation Free und Die Ärzte. 2010 musste die Jugenddisco schließen, nachdem Anwohner gegen den Lärm protestiert hatten. Seitdem steht das Gebäude leer, das auch vor dem Pop Inn auf eine bewegte Geschichte zurückblicken konnte: Hier war der Sitz des SPD-Lokals "Schellhase", von dem aus die Widerstand in Steglitz organisiert wurde. In der NS-Zeit soll das Haus von einer SS-Motorstaffel genutzt worden sein und in der Nachkriegszeit Logenhaus der Freimaurer.
- Adresse: Ahornstraße 15A, 12163 Berlin-Zehlendorf
- Geschichte: 1891 erbaut; während der Weimarer Republik Sitz des SPD- und ReichsbannerLokals "Schellhase"; in der NS-Zeit Sitz einer SS-Motorstaffel; nach dem Zweiten Weltkrieg Unterkunft für sowjetische, dann für amerikanische Soldaten; zwischen 1946 bis 1957 Haus einer Freimaurer-Großloge; ab 1960 Jugendclub "jazz-salon"; 1967 umbenannt in "Pop Inn"; 2010 nach Anwohnerprotesten als letzte Senatsjugenddisko geschlossen; danach Leerstand
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Vom öffentlichen Straßengrund aus einsehbar
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Sowjetisches Generalkonsulat in Dahlem
Seit Mai 1973 hatten die Russen die geheimnisvolle Villa am Reichensteiner Weg 34/36 in Dahlem bezogen. Schnell kamen Gerüchte auf: Handelte es sich bei dem sowjetischen Generalkonsulat um eine Außenstelle des KGB? Bis heute ranken sich viele Mythen um das verlassene Gebäude, das seit der Wiedervereinigung leer steht.
- Adresse: Reichensteiner Weg 34–36, 14195 Berlin-Dahlem
- Geschichte: Errichtung Ende der 1920er-Jahre; bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Villa des NS-Kriegsverbrechers Martin Luther (1895–1945); zwischen 1973 und Anfang der 1990er-Jahre Generalkonsulat der Sowjetunion in Westberlin; Lost Place nach der Wende
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Vom öffentlichen Straßengrund aus einsehbar. Das Betreten des Grundstücks und der Villa ist nicht erlaubt
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Geisterhaus am Hindenburgdamm
Schrottimmobilie und Geisterhaus sind noch die netteren Umschreibungen die Anwohner für das seit Jahrzehnten leerstehende Gebäude an der Ecke Hindenburgdamm zum Gardeschützenweg benutzen. Der Beton bröckelt und immer wieder dringt Wasser in die baufällige Immobilie. Dabei war das Gebäude, das seit Mitte der 2000er-Jahre leer steht, einst eine beliebte Wohnadresse im Villenvorort Lichterfelde.
- Adresse: Gardeschützenweg 3, Ecke Hindenburgdamm 72, 12203 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Errichtung Anfang des 20. Jahrhunderts; Leerstand seit Mitte der 2000er-Jahre
- Status: Aktueller Lost Place. Der Bezirk prüft die Instandsetzung des Hauses mittels einer Ersatzvornahme
- Zugänglichkeit: Vom öffentlichen Straßengrund aus einsehbar. Das Gebäude ist mit einem Bauzaun gesichert. Achtung: Gefahr herabfallender Gebäudeteile und Baumaterials
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: BND-Villa
Die Liste der ehemaligen Bewohner der alten Villa an der Sven-Hedin-Straße 11 in Zehlendorf ist lang: Großbürgerliche Unternehmer, Nazi-Verbrecher, ein Außenminister, der US-Geheimdienst und die Schlapphüte des Bundesnachrichtendienstes. Seit 2012 steht das geschichtsträchtige Luxus-Landhaus leer, auf dessen Grundstück einst DDR-Flüchtlinge und sowjetische Deserteure ausgehorcht wurden.
- Adresse: Sven-Hedin-Straße 11, Ecke Karl-Hofer-Straße 31, 14163 Berlin-Zehlendorf
- Geschichte: 1915 als Unternehmer-Landhaus errichtet; ab 1935 Wohnsitz des NS-Kriegsverbrechers Walther Funk (1890–1960), nach dem Krieg Sitz des Amerikanischen Presseclubs und von US-Geheimdiensten; zwischen 1999 und 2012 Dienstvilla des BND-Präsidenten; danach Leerstand
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Vom öffentlichen Straßengrund aus einsehbar. Das Betreten des Grundstücks oder der Villa ist nicht erlaubt
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Wasserwerk Riemeisterfenn
Vom Wasserwerk Riemeisterfenn in der Nähe der Krummen Lanke ist nur noch eine Ruine übrig. Der Nachkriegsbau hatte mit einem Horizontalfilterbrunnen jahrzehntelang das umliegende Villenviertel in Zehlendorf mit Wasser versorgt, bevor das Werk 1995 stillgelegt wurde. 2018 besiegelte ein Großbrand das Schicksal des ikonischen Gebäudes.
- Adresse: Onkel-Tom-Straße 200, 14169 Berlin-Zehlendorf
- Geschichte: 1957 durch die Berliner Wasserwerke errichtet, 1995 stillgelegt. Von 2007 bis 2012 gastronomisch zwischengenutzt, 2018 brannte das Reetdach des Gebäudes ab
- Status: Aktueller Lost Place. Das Wasserwerk soll abgerissen werden
- Zugänglichkeit: Von den Wanderwegen an der Krummen Lanke aus einsehbar. Unbefugten ist das Betreten des ehemaligen Wasserwerks nicht erlaubt
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Revierförsterei Wannsee
Von der Straße ist es kaum noch zu sehen: Die alte Revierförsterei am Ende des Schuchardtwegs in Wannsee liegt versteckt hinter wildwuchernden Dornenhecken, Bäumen und Sträuchern. Seit der Pensionierung des ehemaligen Försters 2012 und dem Ende der Zwischennutzung durch einen Kunstverein 2017 steht das Gebäude leer – und das wird sich sobald nicht ändern: Da das Revier aufgelöst wird kein neuer Forstbeamter in das Haus einziehen. Die Senatsverwaltung für Umwelt plant, ein Waldgesundheitszentrum aus dem seit mehr als zehn Jahren leerstehenden Lost Place zu machen.
- Adresse: Schuchardtweg 20, 14109 Berlin-Wannsee
- Geschichte: In den 1950er-Jahren als Haus der Revierförsterei erbaut; bis 2012 als Forsthaus genutzt; nach der Pensionierung des letzten Försters und Umstrukturierung des Forstreviers nutzte ein Kunstverein das Gebäude bis Ende 2017; danach Leerstand
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Das Forsthaus ist von außen einsehbar. Das Betreten des Gebäudes ist nicht erlaubt
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Bewag-Kraftwerk
Das Kraftwerk Steglitz wurde in den Jahren 1910/11 von der damals noch selbständigen Gemeinde Steglitz errichtet. Es lieferte seinen Strom nicht nur für private Haushalte in der Umgebung, Gewerbebetriebe und Industrie, sondern auch die Straßenbahn und eine Eisfabrik waren bedeutender Abnehmer. Doch nach der Wiedervereinigung kam das Aus für das alte Kraftwerk Steglitz und der Industriestandort fiel in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf. Derzeit plant eine Künstlerinitiative, das stillgelegte Gelände in Steglitz mit Kultur und Kunst neu zu beleben.
- Adresse: Birkbuschstraße 40–44, 12167 Berlin-Lankwitz
- Geschichte: 1910/1911 nach Plänen des Bewag-Architekten Hans Heinrich Müller errichtet; technischer Entwurf durch Martin Rehmer; 1926 und 1929 Umbau und Erweiterung; In den 1950er-Jahren auf Ölfeuerung umgerüstet; 1984 mit Batterie-Speicherkraftwerk erweitert; bis zur Stilllegung 1994 als Fernkraftwärmewerk in Betrieb
- Status: Aktueller Lost Place. Auf dem Gelände befindet sich heute das Energie-Museum Berlin. Das Umspannwerk wird weiterhin genutzt
- Zugänglichkeit: Vom Straßengrund aus einsehbar. Unbefugten ist das Betreten des Grundstücks nicht erlaubt. Das Areal wird durch einen Pförtner gesichert. Das Energie-Museum Berlin bietet aber geführte Touren nach Voranmeldung an
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Kriegsruine Beymestraße
In der Beymestraße 16 in Steglitz befindet sich ein seit Jahren verwildertes Grundstück. Auf dem Gelände ragen noch die Mauerreste auf, die die Umrisse einer ehemals stolzen Villa erahnen lassen. Das Haus war früher der Familiensitz der Familie Hinderer in Berlin. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Villa ausgebombt und ist heute eine der wenigen verbliebenen Kriegsruinen in Berlin. Grundstück und Mauerreste befinden sich in Privatbesitz.
- Adresse: Beymestraße 16, 12167 Berlin-Steglitz
- Geschichte: Um die Jahrhundertwende errichtet; gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört und danach durch die Erben des Eigentümers gepflegt, aber nicht wiederaufgebaut; verlassen seit 1991
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Vom Straßengrund aus einsehbar. Es handelt sich um Privatbesitz. Ein Betreten des Grundstücks ist nicht erlaubt
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Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Neue Raststätte Dreilinden
Der denkmalgeschützte Bau des Architekten Rainer Gerhard Rümmler am Checkpoint Bravo ist seit Jahren ungenutzt und Vandalismus und Verfall ausgesetzt. Das erdbeerrote Restaurant mit Turm ist 1973 gebaut worden – schon damals eine Fehlplanung, denn mit dem Viermächteabkommen Anfang der 1970er-Jahre waren die erhofften langen Grenzabfertigungen, die der Raststätte hungrige Kundschaft beschaffen sollten, passé. Nach der Nutzung als Raststätte hatte das Zollamt dort kurzzeitig seine Büros. Seit 2002 steht das Gebäude leer und ist immer wieder Anlass für Spekulationen: Billighotels, Disko, Schnellrestaurant oder Oldtimerausstellung – alles war bereits im Gespräch, doch auf seine Wiedereröffnung wartet der Lost Place bislang vergebens.
- Adresse: 115, 14109 Berlin-Nikolassee. Google-Koordinaten (Open-Location-Code):
- Geschichte: 1973 als Raststätte Dreilinden eröffnet; wenige Jahre später wird das Restaurant geschlossen; Ende der 1970er-Jahre wird noch einmal ein Imbiss im Erdgeschoss eingerichtet; nach der Grenzöffnung wird Dreilinden kurzzeitig von Mitarbeitern des Zollamtes genutzt und dann endgültig zum Lost Place; 2023 wurde die Immobilie von einer Berliner Autohaus-Kette erworben, die eine Sanierung und Wiedereröffnung plant
- Status: Lost Place
- Zugänglichkeit: Von der Zufahrt Isoldestraße erreicht man den Parkplatz "Stammtisch Dreilinden", von wo aus das Raststätten-Gebäude von außen einsehbar ist. Das Grundstück ist mit Bauzaun und Stacheldraht gesichert. Das Betreten des Gebäudes ist nicht erlaubt. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) lauten C59W+72 Berlin
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Stammlager Lichterfelde
Das Kriegsgefangenenlager Stalag IIID im äußersten Süden Berlins war lange Zeit vergessen. Dabei war das Stammlager Lichterfelde Süd eines der wichtigsten Zentren des Systems des Wehrmachtsgewahrsams von Kriegsgefangenen in Berlin. Tausende Gefangene wurden in den Baracken festgehalten und mussten in Arbeitskommandos für Berliner Betriebe Schwerstarbeit leisten. Nach dem Kriegsende wurde das großräumige Areal hauptsächlich von der US-Armee genutzt, die in der Geisterstadt "Parks Range" den Häuserkampf trainierten. Mit einem Neubauprojekt wurden die Überreste des Lagers aus der NS-Zeit wiederentdeckt – und unter Denkmalschutz gestellt.
- Adresse: Landweg 3/5a, 12207 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Im Jahr 1938 errichtete die Reichsbahnbaudirektion auf dem Gelände an der Osdorfer Straße, Ecke Landweg ein Arbeitslager; 1939 übernahm die Wehrmacht das Lager, um Kriegsgefangene unterzubringen; 1940 als Stammlager (Stalag) III D in Betrieb genommen, wurden von hier aus Kriegsgefangene in Arbeitskolonnen in Berliner Betrieben eingesetzt; nach der Befreiung durch die Rote Armee in der Nachkriegszeit als US-Truppenübungsgelände und Gewerbegebiet genutzt
- Status: Lost Place. 2023 gab das Landesdenkmalamt Berlin bekannt, dass das Gebäude Denkmalschutz erhält und nachgenutzt werden soll
- Zugänglichkeit: Das Gelände ist mit Bauzäunen abgesichert. Vom öffentlichen Straßengrund aus können die Baracken am Landweg eingesehen werden
Ehemalige Lost Places in Steglitz-Zehlendorf
Diese Lost Places im Bezirk Steglitz-Zehlendorf wurden in den letzten Jahren saniert. Ein Besuch kann sich dennoch lohnen. Insbesondere, wenn man die Geschichte dieser ehemals verlassenen Orte kennt:
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Wasserturm Steglitz
Längst haben die Wassertürme in Berlin ihre Funktion als Wasserversorger abgeben müssen. Das heißt aber nicht, dass sie an Faszination verloren hätten. Mit seinen 42 Metern Höhe war der Wasserturm Steglitz ein weit sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde. Fast einhundert Jahre später versorgt er zwar keine Haushalte mehr mit Frischwasser, dafür prägt seine charakteristische Kuppel den Kiez.
- Adresse: Bergstraße 34–38A, 12169 Berlin-Steglitz
- Geschichte: Errichtung 1915 bis 1919 nach Plänen des Architekten Hans Heinrich Müller (1879–1951); 1928 Inbetriebnahme als Wasserreservoir für Steglitz und Schöneberg; Stilllegung als Wasserturm 1962
- Status: Ehemaliger Lost Place. 1999/2000 umfangreiche Restaurierung und Instandsetzung und seit 2000 Nutzung als Verlagsgebäude
- Zugänglichkeit: Der Turm befindet sich auf dem rund um die Uhr geöffneten Friedhof Steglitz und ist von dort von außen einsehbar. Das Gebäude ist in Privatbesitz. Zum Tag des Offenen Denkmals gibt es regelmäßig Touren und die Möglichkeit einen Blick ins Innere zu werfen
Lost Places in Steglitz-Zehlendorf: Wasserturm Fichtenberg
Seit Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Villenkolonie Fichtenberg und die Kolonie Steglitz ihr Frischwasser aus dem Reservoir an der heutigen Schmidt-Ott-Straße. Der 40 Meter hohe Wasserturm war 1886 nach Plänen des Architekten Otto Techow errichtet worden. Nach der Stilllegung wurde der Turm sei 1983 von der Freien Universität Berlin vom Institut für Meteorologie genutzt. Studenten beaufsichtigen in Spät- und Nachtschichtdienst die "Wetterstation 10381" und halten die langjährige Beobachtungsreihe der Station Dahlem aufrecht.
- Adresse: Schmidt-Ott-Straße 13, 12165 Berlin-Steglitz
- Geschichte: Errichtung 1885/1886 nach Plänen des Architekten Otto Techow (1848–1919); in Betrieb als Wasserreservoir bis 1962, danach Leerstand
- Status: Ehemaliger Lost Place. In den Jahren 1979 bis 1983 zu einer Wetterbeobachtungsstation umgebaut
- Zugänglichkeit: Vom Straßengrund aus einsehbar. Unbefugten ist das Betreten des Grundstücks nicht erlaubt



