Lichterfelde Süd

"Parks Range"-Areal – Berliner Senat lässt Bürgerbegehren zu

Der Streit um die Bebauung des ehemaligen US-Truppenareals in Lichterfelde geht weiter. Der Berliner Senat hat ein von Anwohnern gefordertes Bürgerbegehren erlaubt. Doch der Investor bleibt gelassen.

Foto: Groth Gruppe

Nachdem bereits das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf seine Zustimmung für das Bürgerbegehren des Aktionsbündnisses Landschaftspark Lichterfelde Süd erteilt hat, liegt nun auch die Genehmigung des Senats vor. Damit kann das Bürgerbegehren starten. Im nächsten halben Jahr müssen die Aktiven 7000 Unterschriften sammeln, um die nächste Etappe zu erreichen. In einem darauffolgenden Bürgerentscheid sind 20.000 Unterschriften notwendig. Ein erfolgreicher Bürgerentscheid ist mit einem Beschluss der Bezirksverordneten vergleichbar – er hat empfehlenden Charakter.

Das Aktionsbündnis fordert mit dem Bürgerbegehren, Natur- und Landschaftsschutz in Lichterfelde Süd mit dem Neubauvorhaben auf dem Gelände von Parks Range an der Osdorfer Straße zu vereinbaren. Die Groth-Gruppe will auf dem knapp 100 Hektar großen Areal, das ehemals von den US-Truppen als militärisches Übungsgelände genutzt wurde, 2500 Wohnungen errichten. Dafür soll eine Fläche von 39 Hektar bebaut werden, der Rest ist als Landschaftspark vorgesehen. Die Mitstreiter in dem Aktionsbündnis fordern hingegen, dass nur 1500 Wohnungen entstehen. Sie finden die Bebauung zu massiv und befürchten ein Verkehrschaos. Ihrer Ansicht nach sollten nur 16 Hektar bebaut werden.

Aktionsbündnis Landschaftspark fordert Bürgerbegehren

Erhalten will das Aktionsbündnis auch das Gewerbegebiet am Landweg. Bereits ansässige Betriebe und neue Betriebe könnten dort für eine nachhaltige Entwicklung und die Erhaltung von Arbeitsplätzen sorgen, argumentieren die Aktiven. Bei der Groth-Gruppe wird das Bürgerbegehren "entspannt" gesehen und auf das demokratische Grundrecht verwiesen, ein Bürgerbegehren anzustreben.

Beim Kirschblütenfest in Lichterfelde Süd entlang des Berliner Mauerwegs am Sonntag, 26. April, will das Aktionsbündnis mit dem Sammeln der Unterschriften beginnen. Die Mitglieder stehen ab 13 Uhr an ihrem Stand. In einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Mittwoch, 13. Mai, 18 Uhr, soll das Anliegen des Bürgerbegehrens noch einmal erläutert werden. Im ehemaligen Saal der Bezirksverordneten im Rathaus Steglitz an der Schloßstraße werden Experten für Naturschutz, Gesundheit und Mieten für Fragen zur Verfügung stehen.

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.