An einer Schule im Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist ein Lehrer an offener Tuberkulose erkrankt. Das bestätigte das Berliner Zentrum für tuberkulosekranke und gefährdete Menschen der Berliner Morgenpost. Um welche Schule es sich genau handelt, teilte das Zentrum aus Gründen des Datenschutzes nicht mit.

„Bislang sind auch keine weiteren Erkrankungen an der Schule aufgetreten“, sagte die Leiterin des Zentrums, Gisela Glaser-Paschke. Doch ausschließen könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass sich Schüler angesteckt hätten, denn erst nach sechs bis acht Wochen könne untersucht werden, ob tatsächlich eine Infektion vorliege.

Der betroffene Lehrer wird zur Zeit in einem Krankenhaus behandelt. Sein Zustand sei stabil und es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, hieß es. Genauere Angaben zur Person konnte das Tuberkulose-Zentrum nicht machen. Nur, dass es sich bei dem Betroffenen um einen Mann handele. Die Senatsbildungsverwaltung war über den Fall nicht informiert. Wie eine Sprecherin mitteilte, hatten weder die Schulaufsicht noch die Gesellschaft für Betriebsmedizin- und Betriebsberatung die Senatsverwaltung informiert.

Nach Auskunft des Tuberkulose-Zentrums muss der erkrankte Lehrer nun eine sogenannte Kontaktliste erstellen, eine Übersicht der Kinder und Kollegen, mit denen er in der letzten Zeit in Berührung gekommen war. „Wir recherchieren aber selbst auch noch einmal ganz genau“, sagte Glaser-Paschke. Die Kinder auf der Kontaktliste werden nun von dem Zentrum für tuberkulosekranke Menschen zum ersten Mal untersucht, in wenigen Monaten noch einmal.

Info-Abend für besorgte Eltern

Die offene Lungentuberkulose, die ansteckende Form der Infektionskrankheit, wird über die Atemluft übertragen. Zum Beispiel beim Husten oder Niesen. Man spricht dann von einer offenen Form der Erkrankung, wenn der Krankheitsherd Anschluss an die Luftwege, also die Lunge, hat und damit die Bakterien an die Umwelt abgegeben werden können. In den meisten Fällen gelingt es dem Körper jedoch, gegen die Bakterien anzukämpfen, sodass es zu keiner Erkrankung kommt. Die Inkubationszeit kann Jahre betragen.

Tuberkulose ist eine meldepflichtige Krankheit. In dem aktuellen Fall hatte der den Lehrer behandelnde Arzt das Zentrum für tuberkulosekranke Menschen informiert. Dieses hatte wiederum Kontakt zu der Schule aufgenommen. Um besorgte Eltern zu beruhigen und zu informieren, wird das Tuberkulose-Zentrum an der Schule des Lehrers in den nächsten Tagen einen Elternabend abhalten.

Zuletzt hatten Tuberkulosefälle in einer als Flüchtlingsunterkunft genutzten Turnhalle in Lichterfelde-Süd für Aufregung gesorgt. Mehrere Flüchtlinge waren Anfang des Jahres erkrankt, und innerhalb der Unterkunft von den anderen Bewohnern isoliert worden. Einige der Flüchtlinge waren dann an der Charité stationär behandelt worden. Doch bei keinem der Erkrankten handelte es sich um die offene Form der Tuberkulose, hatte die Senatsgesundheitsverwaltung mitgeteilt.