Masernwelle in Berlin

Was Sie jetzt über Masern wissen müssen

Hunderte Erkrankte, jetzt ein Todesfall: Ein Kleinkind ist in Berlin an Masern gestorben. Die wichtigsten Fragen zur vermeintlich harmlosen Kinderkrankheit im Überblick.

Foto: Getty Images

In Berlin grassiert seit Oktober eine Masern-Welle. Derzeit gebe es etwas mehr als 500 Erkrankte, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Nun starb ein Kleinkind an der Krankheit. Der Tod des kleinen Jungen mache deutlich, dass es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handele. Masern schwächen das Immunsystem und können bei Komplikationen zu schweren Infektionen wie Lungen- und Gehirnentzündungen führen. Vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen komme es oft zu schwerwiegenden Komplikationen.

Die Berliner Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen zur Krankheit

Wie kann ich mein Kind vor einer Ansteckung mit Masern schützen?

Die wirksamste Maßnahme ist die Schutzimpfung. Die erste Impfung wird im Alter von elf bis 14 Monaten empfohlen. Die zweite kann vier Wochen nach der ersten stattfinden und sollte im Alter zwischen 15 bis 23 Monaten verabreicht werden. Die Effektivität einer Masernimpfung liegt durchschnittlich bei 91 Prozent, die einer doppelten Impfung bei 92 bis 99 Prozent. Meistens wird das Kind dabei auch gegen Mumps und Röteln geimpft (MMR-Impfung).

Was ist, wenn ich mein Kind schon vor dem elften Lebensmonat in eine Gemeinschaftseinrichtung geben möchte?

Die erste MMR-Impfung kann bereits ab einem Alter von neun Monaten verabreicht werden, wenn das Kind in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut werden soll.

Was ist, wenn ich meinen eigenen Impfstatus nicht kenne?

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bei einem unklaren Impfstatus, sich einmal mit einem MMR-Impfstoff (Masern, Mumps, Röteln) impfen zu lassen. Die Empfehlung gilt auch für alle nach 1970 Geborenen ohne Impfung oder mit nur einer Immunisierung in der Kindheit.

Wie ist die Impfquote in Berlin?

Die Impfquote bei Schulanfängern liegt bei 95,9 Prozent bei der Erst- und 90,9 Prozent bei der Zweitimpfung. Das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass eine Eliminierung der Krankheit nur bei einer Quote von Zweitimpfungen von 95 Prozent erreicht werden kann.

Was kann ich tun, wenn mein Kind nicht geimpft ist und Kontakt mit Erkrankten hatte?

Möglichst innerhalb von drei Tagen nach dem Kontakt zu Masernkranken sollten Sie Ihr Kind mit einer Dosis gegen Masern impfen lassen. Das gilt für Kinder ab neun Monaten.

Wie lange sind an Masern Erkrankte ansteckend?

Schon drei bis fünf Tage, bevor der Hautausschlag auftritt, ist ein Infizierter ansteckend. Die Ansteckungsfähigkeit hält bis zu vier Tage, nachdem der Hautausschlag aufgetreten ist, an.

Wie werden Masern übertragen?

Der Virus wird durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen, die durch Sprechen, Husten oder Niesen frei werden, übertragen. Oder durch den Kontakt mit Sekreten aus Nase oder Rachen. Das Risiko sich zu infizieren, liegt bei fast hundert Prozent, das Erkrankungsrisiko bei nicht Geimpften etwa 95 Prozent.

Welche Symptome treten bei einer Erkrankung auf?

Eine Masernerkrankung verläuft in zwei Phasen. Sie beginnt mit Fieber, entzündeter Bindehaut, Schnupfen, Husten und einem Ausschlag an der Mundschleimhaut, der sich in weißen bis weiß-blauen Flecken äußert. Die bekannten Flecken auf der Haut entstehen drei bis sieben Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome. Die Flecken entstehen zuerst im Gesicht und hinter den Ohren. Wer einmal an Masern erkrankt ist, ist für den Rest seines Lebens immun.

Welche Komplikationen können auftreten?

Durch die Infektion ist das Immunsystem für etwa sechs Wochen geschwächt. Dadurch ist es anfälliger für Folgeerkrankungen wie bakterielle Superinfektionen. Zu den häufigsten Komplikationen zählt die Lungenentzündung, Bronchitis oder die akute Mittelohrenzündung. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Gehirnentzündung kommen, die auch zu einer geistigen Behinderung führen oder sogar tödlich enden kann.

Wie ist die Reaktionskette bei einer Masernerkrankung?

Masern sind entsprechend des Infektionsschutzgesetzes meldepflichtig. Tritt zum Beispiel in einer Einrichtung wie einer Schule oder Kita ein Masernfall auf, muss die Einrichtung das zuständige Gesundheitsamt, alle Mitarbeiter und die Eltern informieren. Erkrankte Kinder, Angehörige und Mitarbeiter dürfen die Einrichtung für die Zeit der Erkrankung nicht betreten.