Genau 13 Jahre nach seinem Tod hat Berlin Jonny K. ein bleibendes Denkmal gesetzt. Am Dienstag wurde in Spandau der nach ihm benannte Aktivpark eröffnet – an jenem 14. Oktober, an dem der 20-Jährige 2012 am Alexanderplatz getötet wurde, als er einem Freund helfen wollte. Jonny K. starb am 14. Oktober 2012, als er seinem betrunkenen Freund zur Hilfe kam. Die Gewalttat zwischen Alexanderplatz und Rotem Rathaus erschütterte Deutschland. Heute wäre Jonny 33 Jahre alt.
Dass der Park an diesem Jahrestag eröffnet wurde, ist kein Zufall. „Wir haben uns Mühe gegeben, dass wir den Termin halten, weil wir unbedingt heute, an diesem Tag fertig werden wollten“, erklärte Spandaus Baustadtrat Thorsten Schatz (CDU). Der Park soll die Werte hochhalten, für die Jonny stand: Zivilcourage, Respekt und Solidarität.
Park in Spandau erinnert an Jonny K. – Bildergalerie
Bei der Eröffnung war Tina K., die Schwester von Jonny, anwesend. Sie kämpft seit 13 Jahren für Gewaltprävention. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte: „Ein junger Mann, der eigentlich nur Zivilcourage leisten wollte, der schlichten wollte, der seinen guten Freund schützen wollte, hat nach dieser brutalen Tat sein Leben verloren.“ Wegner richtete sich direkt an Tina: „Ich bin mir ganz sicher, dass Jonny heute von ganz weit oben runterguckt und wahnsinnig stolz ist. Stolz, dass ihr alle da seid. Stolz darauf, dass wir ihn nicht vergessen haben.“

Acht Millionen Euro für einen Ort des Miteinanders
Der Park liegt in der Großsiedlung Heerstraße Nord, wo Jonny aufwuchs und die Carlo-Schmid-Oberschule besuchte. Der Jonny-K.-Aktivpark (früher Egelpfuhlpark) auf dem Gelände einer alten BSR-Mülldeponie galt jahrelang als dunkel und unbeliebt. Trotzdem: „Jonny hat sich hier gerne aufgehalten“, sagte Wegner.
Das Land Berlin investierte acht Millionen Euro in den Park, mitfinanziert durch die Europäische Union. Entstanden ist eine bunte Spiel- und Bewegungslandschaft: Spielplätze, Sportflächen, Tischtennisplatten, Basketballkorb, Parktheater, Yogaflächen, Hundewiesen und Panoramaschaukeln. Eine Skulptur erinnert an Jonny K. Der Park ist barrierefrei.

Wegner machte deutlich: „Johnny stand für Werte wie Solidarität. Er stand für Respekt, für Verständigung, ja, vor allem für Zivilcourage.“ Er appellierte: „Ich wünsche mir, dass Johnny K. uns daran erinnert, dass wir in Frieden zusammenleben wollen in dieser Stadt. Dass Gewalt keine Konflikte löst, sondern dass man miteinander spricht.“
13 Jahre Engagement gegen Gewalt
Eine zentrale Rolle spielte der Verein „I Am Jonny e.V.“, den Jonnys Schwester Tina nach dem Tod ihres Bruders gründete. Der Verein gibt Workshops an Schulen. Der Name „I Am Jonny“ erklärt das Prinzip: Sich in Jonny hineinzuversetzen, in einen Schüler, der plötzlich bedroht wird. Die Schüler trainieren, wie sie sich und andere schützen können. Das Ziel ist, Zivilcourage zu vermitteln. Die Nachfrage ist nach der Pandemie größer denn je. Viele Kinder seien unruhig, überfordert, aggressiv. „Der ganze Stress der Pandemie landete zu Hause und damit bei den Kindern.“

Seit drei Jahren hat „I Am Jonny e.V.“ einen festen Ort: die „Tara Base“ im Bikini-Haus in Charlottenburg. Der Schwerpunkt liegt auf Workshops für Frauen und Mädchen. „Sie sind der Mittelpunkt einer Familie und damit der Gesellschaft“, erklärt Tina K.
Wegner wandte sich in seiner Rede direkt an Tina: „Liebe Tina, ich bin dir sehr dankbar. Du engagierst dich seit 13 Jahren für die Geschichte deines Bruders. Ich werde dich dabei immer unterstützen.“
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„Es ist euer Park, habt Freude!“
„Dieser Park wird nur so gut bleiben, wie er von euch behandelt wird.“ Mit diesen Worten wandte sich Spandaus Bezirksbürgermeister Frank Bewig auch an die Schülerinnen und Schüler, die zur Eröffnung gekommen waren. Viele von ihnen besuchen die Carlo-Schmid-Oberschule direkt nebenan. Sie sollten selbst mit darauf achten, den Park gut zu verlassen. „Es ist euer Park. Tobt euch aus, habt Freude, kommt oft hierher.“

Der Park ist Teil eines sechs Kilometer langen Grünzugs namens „Grüner Ring“ durch Spandau. Die Gesamtkosten bis 2032: etwa 20 Millionen Euro. Nächstes Jahr folgt zum Tag der Städtebauförderung das große Einweihungsfest.
„Jonny K. war ein lebensfroher Mensch. Und von einem Tag auf den anderen wurde er aus dem Leben gerissen“, so Wegner. Dieser Park werde daran erinnern. Und an die Schwester des Verstorbenen: „Liebe Tina, ich bin mir ganz sicher, dein Bruder ist stolz auf dich.“






