Der stark vom Austrocknen bedrohte Groß Glienicker See könnte bald Hilfe vom Bund erhalten. Wie der Spandauer Bundestagsabgeordnete Helmut Kleebank (SPD) der Berliner Morgenpost mitteilte, hat das Bundesumweltministerium grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, Maßnahmen zum Wassermanagement des Sees finanziell zu unterstützen.
In einem Schreiben an Kleebank bestätigte die Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hoffmann (Bündnis 90/Die Grünen), dass eine Förderung im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz möglich sei. Das Ministerium plane, „schnellstmöglich“ entsprechende Förderprogramme für einen naturnahen Wasserhaushalt auf den Weg zu bringen.
Groß Glienicker See in Spandau: Wasserstand rapide gesunken
Die Situation ist alarmierend: Der See verliert jährlich etwa zehn Zentimeter an Wassertiefe. Seit 1970 ist der Wasserstand um knapp zwei Meter gesunken, allein seit September 2014 um einen Meter. Die Folgen sind weithin sichtbar: Der DLRG-Steg (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.) steht mittlerweile im Gestrüpp, wo 2002 noch Wasser war. Ehemalige Fischlaichgebiete im Schilf sind zu Brombeergebüschen geworden. Zwischen den Inseln im See reicht das Wasser nur noch bis zum Schienbein.
Die Gründe für den Wasserschwund sind vielschichtig. Der See wird hauptsächlich durch Grundwasser gespeist, das nicht mehr ausreicht. Der Klimawandel führt zu verstärkter Verdunstung und längeren Vegetationsperioden, was den Wasserverbrauch erhöht. Auch das Ende der Abwasserversickerung auf den nahegelegenen Rieselfeldern in Gatow könnte eine Rolle spielen. Die Berliner Wasserbetriebe haben zwar die Wasserentnahme am Wasserwerk Kladow deutlich reduziert, jedoch ohne spürbaren Effekt auf den Grundwasserspiegel.
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„Es ist ein wichtiges Signal, dass der Bund bereit ist, auch Maßnahmen zur Sicherung des Wasserhaushalts in Seen wie dem Groß Glienicker See zu fördern“, betont Kleebank.
Mögliche Lösung ist die Überleitung von Havelwasser in den See
Eine diskutierte Lösung ist die Überleitung von Havelwasser – eine Technik, die bereits erfolgreich an anderen Berliner Seen wie der Grunewaldseenkette praktiziert wird. Das Wasser könnte in den nassen Wintermonaten über Rohre zugeführt werden. Früher existierte sogar eine direkte Wasserverbindung vom Glienicker See über den Sacrower See zur Havel. Diese Verbindung ist heute ausgetrocknet.
Die technische Umsetzung ist jedoch komplex: Das Havelwasser müsste vor der Einleitung gereinigt werden, da es mehr Nährstoffe und Schwebstoffe enthält als das Seewasser. Dies würde ein neues Gebäude mit entsprechender Technik und die Verlegung von Rohren erfordern. Die jährlichen Betriebskosten werden auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt.


