Von den Berliner Bäderbetrieben gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Nach vier Jahren Schließung öffnet Anfang des kommenden Jahres wieder die Schwimmhalle Spandau-Süd. Das Problem jedoch: Es fehlt das Personal, um die komplett sanierte Halle wieder zu betreiben.

Das Personal des landeseigenen Betriebs – im Winter 740 Beschäftigte – ist mit dem Betrieb der insgesamt 35 Berliner Schwimmhallen nach Auskunft von Matthias Oloew, dem Sprecher der Berliner Bäderbetriebe (BBB), ausgelastet. Mit der Inbetriebnahme von Spandau-Süd sind bis auf die Schulschwimmhalle an der Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg erstmals seit 2006 wieder alle Hallenbäder in Betrieb. Doch wegen des Personalmangels wird jetzt überlegt, die Öffnungszeiten zu reduzieren.

Vor der Schließung des Bades Spandau-Süd im Oktober 2010 – die Hallendecke drohte abzustürzen, die Bauarbeiten begannen 2012 – hatte der Verein Wasserfreunde Spandau 04 das Stadtbad Spandau-Nord an der Radelandstraße betrieben. Weil die BBB durch die Schließung Personalkapazitäten hatten und der Vertrag mit dem Verein gerade auslief, wird Spandau-Nord seitdem von den BBB selbst betrieben.

Jetzt würden die Bäderbetriebe laut Oloew Spandau-Süd gern durch die Wasserfreunde Spandau 04 betreiben lassen. Die seien auch einverstanden, doch noch fehlt die Genehmigung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Dort hieß es am Donnerstag: „Zum vorgelegten Vertrag und einer ersten rechtlichen Bewertung wird bis Ende des Jahres eine Antwort der Staatsaufsicht abgegeben werden.“

Öffnungszeiten müssen reduziert werden

Sollte es keine Genehmigung geben, bleibt den BBB laut Oloew nur übrig, das Personal aus Bädern in angrenzenden Bezirken zu rekrutieren und dort die Öffnungszeiten zu reduzieren. Bis zu fünf Bäder könnten betroffen sein, schätzt der Sprecher. Dafür käme durch die Öffnung von Spandau-Süd ja für die Nutzer etwas hinzu. Die Senatsverwaltung zeigt sich optimistischer.

In einer Stellungnahme heißt es: „Die BBB werden zur Eröffnung des Bades eigenes Personal einsetzen. Die BBB wollen dies durch intelligente Personalplanung sicherstellen. Die Zeiten für die Öffentlichkeit sollen möglichst nicht eingeschränkt werden.“

Dennis Buchner, der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, sagte, ihm sei nicht bekannt, was mit den Wasserfreunden Spandau 04 verhandelt werde. „Ich habe weder von der Senatsverwaltung noch von den Bäderbetrieben bis heute eine Auskunft darüber erhalten – trotz Nachfrage“, sagte er. Auf Druck der SPD wurde der Wunsch der Bäderbetriebe, das Hallenbad auszuschreiben, um es von externen Firmen betreiben zu lassen, im Abgeordnetenhaus bereits abgeschmettert.