Spandau

Wasserfreunde sind enttäuscht von Bezirk

Der Traditionsverein „Wasserfreunde Spandau 04“ erwägt einen neuen Namen aufgrund mangelnder Unterstützung des Bezirks.

Foto: Massimo Rodari

Im Streit um die von den „Wasserfreunden Spandau 04“ angestrebte Beteiligung beim Betreiben der Schwimmhalle des Kombibades Spandau-Süd in Gatow hat sich der Verein jetzt mit einem offenen Brief an die Bezirksverordneten gewandt. Darin deutet der Präsident des Traditionsvereins auch die Möglichkeit einer Umbenennung des Vereinsnamens an. So heißt es in dem Schreiben von Hagen Stamm, das der Berliner Morgenpost vorliegt: „Ich bin mir (…) nicht mehr sicher, ob mein Verein den richtigen Bezirk im Vereinsnamen führt.“ Hintergrund ist die Empfehlung der Bezirksverordnetenversammlung von September, wonach auf Initiative von SPD und Grünen gegen die Stimmen der CDU eine Beteiligung der „Wasserfreunde“ beim Betreiben der Schwimmhalle abgelehnt wird. Er sei maßlos von den Bezirksverordneten enttäuscht, bestätigte Stamm am Montag auf Nachfrage. „Wir haben uns jahrelang für den Bezirk den Buckel krumm gemacht und jetzt hält man es nicht einmal für nötig, mit uns zu sprechen, bevor man gegen uns votiert“, so der Vereinspräsident. Alle seien dafür, dass sich die „Wasserfreunde“ beim Betreiben der Schwimmhalle nach der Sanierung zum Jahreswechsel beteiligen, nur der Bezirk sei dagegen.

Mit seinem Schreiben, so Stamm, wolle er die Bezirkspolitiker informieren, dass sie ihre Empfehlung unter falschen Voraussetzungen getroffen hätten. Der Betrieb durch den Verein würde weder, wie behauptet werde, Arbeitsplätze vernichten, noch etwas an der öffentlichen Nutzung der Schwimmhalle für Nicht-Vereinsmitglieder verschlechtern. „Im Gegenteil. Wir streben vielmehr eine Verbesserung an, in dem wir beispielsweise zu den längeren Vereinszeiten montags und donnerstags abends von 18 bis 21.30 Uhr auch Bahnen für die Freizeitschwimmer zur Verfügung stellen wollen“, so Stamm.

Die Entscheidung über die Beteiligung der „Wasserfreunde“ sei zwar Sache des Senats und liege dort noch zur Prüfung, dennoch sei es „eine große Enttäuschung, keinen Rückhalt im Bezirk zu haben“, so Stamm. Für ihn sei das eine moralische Problematik, er wolle keine parteipolitische Diskussion.

Die ist zudem längst im Gange. So erklärte am Montag Kai Wegner, Vorsitzender der CDU Spandau und Bundestagsabgeordneter, anlässlich des offenen Briefes, es könne nicht sein, „dass von Seiten der rot-rot-grünen Zählgemeinschaft der Eindruck erweckt wird, dass ein Betreiben der Wasserfreunde zur Zwangsvereinsmitgliedschaft oder eingeschränkten Nutzung für die Öffentlichkeit führt, geschweige denn zu Lasten von Personal der Berliner Bäderbetriebe geht“. Der CDU-Politiker zeigte sich erschüttert, dass der Verein überlege, den „Bezirksbezug aus dem Namen zu streichen“.