729 Unterschriften hat die „Initiative Hafenfest 2017“ gegen die Verlängerung des Tegeler Hafenfestes gesammelt. In der Initiative sind vorrangig Anwohner der Greenwichpromenade in Tegel organisiert, die dem Veranstalter Catering Company GmbH und dem Bezirksamt Reinickendorf vorwerfen, das ursprünglich viertägige Fest auf zehn Tage – vom 14. Juli bis 23. Juli – ohne Bürgerbeteiligung ausgeweitet zu haben.

„Nach unserer Anfrage in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) sollten wir mit einbezogen werden“, sagt Andreas Danke von der Initiative. Dies sei nicht passiert – im Gegenteil. Als die Initiative Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) die Unterschriften übergeben wollte, antwortete der Pressesprecher des Bezirksamtes, dass Herr Balzer „eine persönliche Übergabe nicht für erforderlich“ erachte. „Diese Ignoranz des Bezirksamtes ist eine Frechheit“, sagt Ingrid Hinze von der Initiative.

"Aufblähung ohne qualitative Aufwertung"

Doch jetzt erhält die Initiative von den Bezirksverordneten der Fraktionen der SPD, Linken, Grünen und FDP Unterstützung. Parteienvertreter nahmen am Montag die Unterschriftenliste vor dem Rathaus entgegen. „Die Aufblähung ohne qualitative Aufwertung des Hafenfestes ist eine Zumutung für die Anwohner“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Linken, Felix Lederle. Hinrich Westerkamp, Chef der Grünen-Fraktion, wünscht sich ein Bezirksamt, das einen fairen Interessenausgleich sucht und vor einer Genehmigung mit Anwohnern und politischen Verantwortlichen diskutiert.

„Warum findet Bürgermeister Balzer keine Zeit, um sich den Sorgen der Betroffenen zu stellen?“ Auch Gerald Walk von der SPD-Fraktion glaubt, dass sich die Politik mit den Bedenken der Anwohner ernsthaft auseinandersetzen muss. „Deshalb haben wir heute die Unterschriften entgegengenommen.“ Die Politiker wollen die Listen am Mittwoch in der Sitzung der Bezirksverordneten dem Bezirksamt übergeben und das Thema diskutieren. Vom Bezirksamt gab es vor Redaktionsschluss keine Stellungnahme, „da die betroffenen Personen terminlich gebunden sind“, hieß es.

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Janine Richter