Reinickendorf
Gericht

Tochter schwänzt Schule – Prozess gegen Mutter eingestellt

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Eine 17-Jährige aus Reinickendorf schwänzte immer wieder den Unterricht. Ihre Mutter musste sich wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht vor Gericht verantworten.

Nicht immer haben auch die Eltern eine Mitschuld, wenn ihre Kinder notorisch die Schule schwänzen. Eine Moabiter Strafrichterin hat am Mittwoch das Verfahren gegen eine 37 Jahre alte Reinickendorferin eingestellt.

Ihre Tochter war zwischen September 2010 und September 2013 immer wieder dem Unterricht in der Reinickendorfer Jean-Krämer-Schule ferngeblieben. Gegen die Mutter wurden mehrfach Bußgelder verhängt, weil sie nach Meinung der Schulbehörde ihrer Verantwortung für die Einhaltung der Schulpflicht nicht nachgekommen sei. Am Ende kam es sogar zu einer Anklage wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht.

Vor Gericht stellte sich jedoch heraus, dass die Angeklagte immer wieder versucht hatte, die inzwischen 17 Jahre alte Tochter zu einem regelmäßigen Schulbesuch zu bewegen. Die Mutter hatte deswegen sogar das Jugendamt eingeschaltet und um Unterstützung gebeten. Die Bemühungen blieben jedoch ohne Erfolg.

Lehrerin attestiert Null-Bock-Mentalität

Eine als Zeugin geladene Lehrerin bestätigte vor Gericht, dass es auch ihr nicht gelungen sei, mit der Schülerin ins Gespräch zu kommen. Äußerlich habe man ihr nichts angemerkt: „Wenn sie mal kam, war sie immer gut gekleidet.“ Sie habe meist jedoch auch sehr schnell wieder die Schule verlassen. Die Frage der Richterin, was sie als Motiv für das ständige Fernbleiben vom Unterricht sehe, konnte auch die Lehrerin nicht schlüssig beantworten: „Auf den Schulversäumnisanzeigen habe ich immer 'Null-Bock-Mentalität' angekreuzt.“

Weniger glimpflich endete im August 2013 der Prozess gegen eine 44-Jährige aus Reinickendorf, deren Sohne ebenfalls ständig die Schule schwänzte. Im Schnitt fehlte der Junge - er ist das jüngste von fünf Kindern - hier 100 Tage pro Schuljahr. Der Hausfrau konnte nachgewiesen werden, dass sie sich nicht genügend um ihren Sohn gekümmert hatte. Sie wurde zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt, ausgesetzt auf Bewährung.

( mim )