Pankow ist Spitze: Rund 429.000 Menschen leben hier – mehr als in jedem anderen Berliner Bezirk. Im Ortsteil Prenzlauer Berg liegt zudem das größte zusammenhängende und weitgehend erhaltene Gründerzeitviertel Berlins. Die meisten Menschen wohnen übrigens direkt rund um den Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg.

Donnerstag
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Auch beim Bildungsniveau liegt Pankow vorn. Laut Mikrozensus 2025 haben fast sechs von zehn Menschen hier (57,5 Prozent) Fachhochschul- oder Hochschulreife – deutlich mehr als im Berliner Durchschnitt. Nur rund 2,3 Prozent haben keinen Schulabschluss, einer der niedrigsten Werte aller Bezirke.
Kurioses und Interessantes
Auf dem Kollwitzplatz steht seit 2002 Berlins längste Bank – besonders samstags, wenn der Öko-Wochenmarkt lockt, wird es dort voll. Die 54 Meter lange Bank ist eine Art Freiluftwohnzimmer für den Kiez. Im Ortsteil Buch betreibt Helios eines der modernsten Krankenhäuser der Stadt: Über 60 Fachbereiche behandeln hier jährlich mehr als 200.000 Patienten.

Pankow beherbergt außerdem Berlins ältesten Wochenmarkt: An der Pfarrkirche „Zu den vier Evangelisten“ verkaufen Händler seit 1857 frische Lebensmittel, Brathähnchen, Honig, Sauerkraut und Spreewälder Gurken. Auch Berlins ältester erhaltener Wasserturm steht in Pankow – der „Dicke Hermann“ am Wasserturmplatz wurde 1877 fertiggestellt.

Der Jüdische Friedhof in Weißensee ist mit 42 Hektar flächenmäßig der größte jüdische Friedhof Europas. Die Persönlichkeiten, die auf dem Friedhof Weißensee ihre letzte Ruhestätte fanden, lesen sich wie ein Who’s who der Berliner Geschichte ab 1880. Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer liegt hier ebenso begraben wie der Hotelier Berthold Kempinski, der Verleger Samuel Fischer, der impressionistische Maler Lesser Ury oder der Zeitungsmogul Rudolf Mosse. Von Pankows ehemals großer jüdischer Gemeinde zeugt auch die Synagoge Rykestraße im Kollwitzkiez, mit über 2000 Sitzplätzen das größte jüdische Gotteshaus in Deutschland.
Warum die Lebensqualität in den Trendvierteln so hoch ist
Der Helmholtzplatz war das größte von fünf Sanierungsgebieten in Prenzlauer Berg, zwischen Schönhauser Allee, Danziger Straße, Prenzlauer Allee und Wichertstraße. Allein rund um den Platz investierte die Stadt etwa 264 Millionen Euro, um Schulen und Kitas zu sanieren, Grünflächen und Spielplätze anzulegen sowie Straßen und Gehwege zu erneuern. Seit 1998 wurde das Viertel gezielt familienfreundlich umgebaut. Das lockte vor allem gut verdienende Familien an, die hierherzogen.

Noch gilt das 2024 verliehene offizielle Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ für den Bezirk Pankow, aber es ist in Gefahr. Leider haben sich die idyllischen Bedingungen der 90er-Jahre zuletzt akut verschlechtert. Zudem lag Pankow Ende 2025 mit 18,6 Prozent der Haushalte mit Kindern nur noch auf Platz drei. Die meisten Haushalte mit Kindern befinden sich heute in den Randbezirken Marzahn-Hellersdorf (20,7 Prozent) und Spandau (19,8 Prozent). Warum? Nirgends ist der Kampf um einen Schulplatz härter als im Bezirk Pankow. Die Schulplatznot ist riesig, vor allem im Sekundarbereich. Außerdem stehen durch die Kürzungen des Senats im Doppelhaushalt für 2026/2027 viele Kinder- und Jugendeinrichtungen massiv unter Druck, sind sogar von Schließung bedroht.
P‘berg: Veränderungen in den vergangenen 20 Jahren
Der Prenzlauer Berg wurde früher oft scherzhaft als „Schwabylonien“ bezeichnet – der Begriff gilt heute weitgehend als veraltet, lebt aber als kulturelles Stereotyp und popkulturelle Satire („Prenzlschwäbin“) fort. Seit den 2000er-Jahren etablierte sich – befeuert unter anderem durch eine viel zitierte „Zeit Magazin“-Reportage von 2007 über „Ökoschwaben“ und „Bionade-Biedermeier“ – das Klischee, Schwaben seien für Gentrifizierung und steigende Mieten in Prenzlauer Berg verantwortlich. Dies führte sogar zu Anfeindungen: 2008 tauchten am Helmholtzplatz Plakate mit Aussagen wie „Schwaben in Prenzlauer Berg spießig, überwachungswütig“ auf.
Fest steht: Pankows Bevölkerung hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert. Vor allem in Prenzlauer Berg, aber auch in Weißensee und Teilen von Pankow-Zentrum zogen zunehmend gut ausgebildete Menschen mit höherem Einkommen zu. Die Mieten stiegen – ärmere Haushalte konnten sich das Wohnen dort immer weniger leisten und zogen in andere Bezirke. Der Babyboom ebbt seit etwa 2022 spürbar ab – mit einem Geburtenrückgang von 7,5 Prozent allein im letzten Jahr und einem Rückgang der belegten Kitaplätze um 16 Prozent seit 2019. Dabei fällt auf: Der Rückgang in den einstigen „Kinder-Bezirken“ wie Prenzlauer Berg fällt doppelt so stark aus wie etwa in Steglitz oder Charlottenburg.
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