Diese doppelte Fahrradstraße führt Berlinern vor Augen, wie unterschiedlich fast identische Verkehrsprojekte in Bezirken verlaufen können. In der Schwedter Straße mussten die Behörden in Mitte und Pankow eine Umgestaltung genehmigen und Baufirmen beauftragen. Bei einer weniger als zwei Kilometer kurzen Straße, von der viele Radfahrer gar nicht wissen, dass sie durch zwei Bezirke führt, verliefen die Planungen in völlig unterschiedlichem Tempo. Während die Fahrradstraße Schwedter Straße im Teilstück des Bezirks Mitte schon im Herbst 2024 Eröffnung feierte, dämmerte ein anderer, stark belasteter Part am Mauerpark in Prenzlauer Berg noch seinem Baubeginn entgegen.

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Jetzt aber zieht das Bezirksamt Pankow mit dem Vorbildprojekt in Mitte gleich. Zumindest ein Stückchen. Seit dem 1. Juli können sich Radfahrer auf dem Abschnitt der Schwedter Straße nutzbar zwischen Eberswalder Straße und Oderberger Straße etwas sicherer fühlen. Wie Verkehrsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) jetzt vermeldet, wurde die neue Stummelroute im Nordzipfel der Schwedter Straße auf einer Länge von rund 50 Metern kurz vor dem Mauerpark fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben. Und schließt damit an das darunter liegende, bereits bestehende Fahrradstraßen-Stück im Bezirk Mitte an.
Schwedter Straße: Neue Fahrradstraße in Pankow bleibt unvollendet

Was aber nicht bedeutet, dass nun die Schwedter Straße jetzt in Gänze fahrradfreundlich wäre. Denn hinter dem Part durch den Bezirk Mitte verläuft die Kiezmeile im untersten Bereich noch ein zweites Mal durch das Pankower Hoheitsgebiet. Und dort scheint ein Fertigbau des Fahrradstraßen-Konstrukts dieses Jahr ausgeschlossen.
Fahrradstraße und Radwege in Berlin-Pankow - mehr zum Thema
Der südliche Pankower Abschnitt zwischen Chroriner Straße und Schönhauser Allee befindet sich weiterhin in Abstimmung zur verkehrsrechtlichen Anordnung, heißt es aus dem Bezirksamt.
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Und liegt damit in den Händen der Pankower Straßenverkehrsbehörde, die anders als diejenige in Berlin-Mitte an der Belastungsgrenze arbeitet und sich mit einem monatelangen Rückstand bei Genehmigungen plagen muss. Aktuell warten zum Beispiel zwei Kiezblock-Projekte in Weißensee und Prenzlauer Berg und eine Poller-Sperre für die Fahrradstraße Stargarder Straße auf Bewilligung und stecken im Antragsstau fest. Eine ernüchternde Prognose für das dritte und letzte Stück der Fahrradstraße Schwedter Straße lautet deshalb laut Verkehrsstadträtin Anders-Granitzkis neuem Bericht so: „Eine Umsetzung ist nunmehr für 2026 avisiert.“ Die letzten 100 Meter von Berlins doppelter Fahrradstraße umzuwidmen, gestaltet sich am schwierigsten.




