Es ist vermutlich der Traum einer jeden angehenden Künstlerin und eines jeden angehenden Künstlers: ein Studium an einer Kunsthochschule. Aber die Bewerbung mit einer Kunstmappe ist berühmt-berüchtigt und die Plätze sind hart umkämpft. Doch die 21-jährige Gesa Hansen hat es geschafft. Die Berlinerin konnte einen der Studienplätze für Produktdesign an der Kunsthochschule Weißensee ergattern. Auf den sozialen Medien gibt die Studentin nun anderen Bewerberinnen und Bewerbern Tipps und Einblicke in ihren Alltag und erreicht damit etliche tausend Menschen. Ein Porträt.
„Ich habe eigentlich schon immer gezeichnet. Seitdem ich einen Stift halten konnte“, erzählt Hansen der Berliner Morgenpost im Gespräch. Das glaubt man der 21-Jährigen sofort: Beim Durchblättern ihrer Skizzenbücher springen einem detaillierte Zeichnungen von Tieren und aufwändige Porträts entgegen. Die Studentin selbst bezeichnet ihre Kunstwerke als „Illustrationen“. Denn ihr gehe es weniger darum, sich auszudrücken oder „eine krasse Message“ zu vermitteln, sondern das Zeichnen mache ihr ganz einfach Spaß. „So wie andere Menschen Fußball spielen, zeichne ich halt als Hobby. Und das, was dabei rauskommt, nennen die Leute dann Kunst“, so Hansen. Für sie selbst sei aber vor allem der technische Fortschritt beim Zeichnen und ein ästhetisches Ergebnis wichtig. „Ich glaube, deswegen wäre ich mit meiner Kunst auch niemals für Malerei an meiner Uni angenommen worden“, meint die Berlinerin lachend.

Gesa Hansen: „Die Bewerbungsphase war die Hölle für mich“
Stattdessen studiert Hansen in Weißensee Produktdesign. Besonders „cool“ sei an dem Studiengang, so die Studentin, dass er den kreativen, künstlerischen Aspekt mit dem wirtschaftlichen verbinde. Obwohl ihr das Studium dank der vielen praktischen Projekte sehr gut gefalle, war der Weg dahin ein steiniger: Die Bewerbungsphase vorher sei laut der Studentin „die Hölle“ für sie gewesen. „An manchen Unis wurde mir geraten, ich solle die künstlerische Richtung nicht weiterverfolgen. Das war schon krass und einfach deprimierend zu hören“, erzählt die 21-Jährige.
Dass sie an der Kunsthochschule Weißensee im Bezirk Pankow dann aber eine der 18 Auserwählten wurde, habe sie umso mehr gefreut. Zum einen, weil ihr Geburtsort Berlin zum Studieren „einfach perfekt“ sei, so die Studentin, und zum anderen, weil konkret die Hochschule in Weißensee ohnehin „ihr Favorit“ gewesen sei. „Da habe ich mich sofort wohlgefühlt. Das ist ja eine relativ kleine Hochschule und irgendwie herrschte gleich eine total familiäre Atmosphäre“
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Influencerin verrät ihre Top-Drei-Tipps für das Kunststudium
Während der sieben Bewerbungsrunden, die die 21-Jährige zur Aufnahme an der Hochschule erfolgreich absolvieren musste, sei sie jedoch sehr unsicher gewesen. „Man wusste einfach nicht wirklich, was von einem erwartet wird“, erklärt Hansen. Damit zukünftige Bewerberinnen und Bewerber nicht vor dem gleichen Problem stehen, hat die Studentin sich deshalb dazu entschlossen, ihre persönlichen Erfahrungswerte und Tipps auf den sozialen Medien mit ihnen zu teilen. Im Gespräch verrät Hansen ihre Top Drei:
- „Man sollte sich auf jeden Fall an mehreren Unis bewerben und nicht nur an seiner Wunschuni. Gerade bei künstlerischen Studiengängen gibt es oft nur wenig Plätze und man kann immer Pech haben“.
- „Ich glaube, es ist ganz wichtig, zu allen Infoveranstaltungen zu gehen. Da erfährt man teilweise viel über die Anforderungen und stellt auch schonmal fest, ob es mit den Dozenten vibt“.
- „Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken und die Hoffnung nicht verlieren. Auch wenn es irgendwo nicht klappt, kann es sein, dass es an einer anderen Uni schon wieder ganz anders aussieht“.
TikTok und Instagram: Bis zu 70.000 Menschen folgen der Kunststudentin
Das sind nur einige der Tipps, die die 21-Jährige seit Beginn ihres Studiums unter dem Namen „Dino Dauer Kunst“ auf den sozialen Medien teilt. Der lustige Name habe übrigens keine tiefere Bedeutung, sondern sei ihr beim Anmelden auf Social Media ganz einfach vorgeschlagen worden, wie sie lachend erzählt. Auf Fotos zeigt Hansen dort nicht nur ihre Kunst, sondern inzwischen auch sich selbst. In Shorts und Reels, also kurzen Videos, können die Follower sich den Entstehungsprozess ihrer Illustrationen anschauen und einen Einblick in das Leben der Studentin gewinnen. Damit trifft Hansen auf großen Zuspruch: Auf Instagram hat die 21-Jährige inzwischen rund 53.000 Abonnenten, auf YouTube 17.000 und auf TikTok fast 70.000 – eine wahre Kunstfluencerin also. „Dass ich nun so viele Menschen mit meiner Kunst erreiche, ist für mich immer noch unglaublich“, sagt Hansen.

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Da ihre Follower so begeistert von ihrer Kunst sind, verkauft die Studentin inzwischen sogar einige der Illustrationen. „Ich mache in regelmäßigen Abständen Drops, bei denen ich eine bestimmte Anzahl und Auswahl meiner Kunstdrucke verkaufe“, erzählt sie. Binnen Minuten seien die Kunstwerke für 30 Euro pro Stück dann meistens restlos ausverkauft.

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So lange ist Gesa Hansen mit ihren Videos beschäftigt
Negative Erfahrungen habe sie durch die große Aufmerksamkeit bis jetzt hingegen noch nicht gemacht, da ihre Community, so die Studentin, sehr positiv und „superlieb“ sei. Immer wieder Videos zu drehen und zu schneiden, Bilder hochzuladen und vor allem die entsprechenden Kunstwerke zu zeichnen, sei aber ein immenser zeitlicher Aufwand. „Wenn ich filme, wie ich ein Bild zeichne, bin ich damit teilweise 40 Stunden oder sogar noch länger beschäftigt. Das geht nicht mal eben so“, sagt Hansen. Aber schließlich sei das Zeichnen ihre große Leidenschaft und diese mit anderen Menschen auf Social Media zu teilen, so die Studentin, ihre Art der Selbstverwirklichung.





